Callcenter-Mitarbeiter erpresste Telekom mit gestohlenen Kundendaten

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Der Mitarbeiter eines Callcenters drohte dem Telekommunikationskonzern, gestohlene Listen mit Kundendaten an die Medien weiterzureichen und Datenlecks offenzulegen.

Wie das Magazin Focus erfahren hat, verhaftete die Staatsanwaltschaft Bonn Ende August einen früheren Telefonwerber. Der hatte der Telekom per Mail gedroht, gestohlene Kundenlisten an die Medien zu geben und Datenlecks beim Telekommunikationskonzern aufzudecken. Die Telekom ging zum Schein darauf ein und bot 10 000 Euro.

Laut Focus ist der 49-Jährige mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß. Er hätte im Verhör gravierende Sicherheitslücken bei der Telekom geschildert. Unter anderem hatte ihm sein Vorgesetzter im Callcenter das Passwort für eine telekom-interne Plattform genannt, auf der alle im Konzern gespeicherten Kundendaten lagerten. Darüber informierte der Mitarbeiter schon 2007 die Telekom – erfolglos. Nach eigenen Angaben startete er daher in Absprache mit einem TV-Journalisten die Mail-Aktion, die – wie er in der Vernehmung beteuerte – keine Erpressung gewesen sei. Er hätte kein Geld gewollt. (Daniel Dubsky)