Social Network für Spione

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Auch die Men in Black brauchen ihr soziales Netzwerk. In A-Space wollen sich die Schlapphüte von CIA, FBI und der National Security Agency austauschen.

A-Space wurde bereits seit Monaten getestet, am 22. September erfolgt die offizielle Eröffnung für die große Gemeinde der US-Geheimdienste. Es soll wie Facebook und YouTube für Spione sein, aber doch einen höheren Sinn haben. Michael Wertheimer, Assistant Deputy Director von National Intelligence for Analysis:

“Es ist ein Ort, an dem Spione sich nicht nur treffen können, sondern auch Informationen austauschen, die sie bis jetzt nicht miteinander teilen konnten. Das wird ihnen zum ersten Mal eine Chance geben, laut zu denken, öffentlich unter ihresgleichen Gedanken zu teilen, unter dem Schutz des A-Space-Schirms.”

Dahinter könnte die vage Hoffnung stehen, folgenschwere Versäumnisse zu vermeiden. Wie das der Behördenbosse, die die E-Mail eines FBI-Agenten nicht zu Kenntnis nehmen wollten, der vor dem 11. September 2001 vor Leuten warnte, die dabei waren, das Steuern von Flugzeugen zu üben, nicht aber deren Landung. Nicht um Paris Hilton soll es also gehen, sondern um eine andere prominente Persönlichkeit:

“Ein perfektes Beispiel wäre, wenn Osama bin Laden mit einem neuen Video herauskommt. Wie ist das Video aufgetaucht? Was sind die äußerst sensitiven geheimen Quellen, die wir vielleicht in einen Zusammenhang bringen müssen, der nicht offensichtlich ist für den Rest der Welt? Früher haben diejenigen, die an dieses Video oder diese Informationen gekommen sind, es im eigenen Haus behalten. Es ist hochgeheim, weil es nur kurz von so großer Bedeutung ist. Das sind Informationen, die für unser Verständnis wichtig sind.”

Nein, wir dürfen nicht rein, nur offiziell geführte Schlapphüte. Ausschließlich Geheimdienstmitarbeiter nach Sicherheitsüberprüfung, die einen guten Grund haben, sich mit bestimmten Informationen zu beschäftigen, erhalten Zugang.

Spione haben schon immer und aus guten Gründen Angst vor Gegenspionage. Vor Doppelspionen schützen soll A-Space daher ein Mechanismus, den die Betreiber Mastercard nennen, weil ihnen nichts Besseres einfiel. Sie überwachen die Benutzungsmuster von A-Space, um bei Verdacht Alarm schlagen zu können – ähnlich wie es bei Kreditkarten geschieht, die anders benutzt werden als jemals zuvor und daher gestohlen sein könnten.

(bk)

CNN