Angespielt: Spore macht Spaß

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Spore ist da und wirft Fragen auf: Ist es ein gutes Spiel, kann es Sim City toppen, und läuft es auf meinem System? Charlie Demerjian gibt die Antworten.

Die kurze Antwort lautet ja, vielleicht und fast sicher, in dieser Reihenfolge. Wie immer mit den üblichen Einschränkungen. Viel Hype bedeutet, dass reichlich Erwartungen zu erfüllen sind.

Bei Spore geht es darum, einen einzelligen Organismus bis zu einer raumfahrenden Rasse zu entwickeln mit allem, was dazwischen kommt. Die Phasen sind Cell, Creature, Tribe, Civilization, Space. Sie unterscheiden sich jeweils grundlegend von den vorhergehenden, wie die Bilder zeigen:


Zellen mögen pflanzliche Nahrung


Dieses Bild darf nur sehen, wer mindestens 16 Zellen alt ist


Ich lebe, um zu töten
Mein Stamm, mein Dorf

Es folgen noch die Abschnitte Civilization und Space, aber ich hatte noch nicht genug Zeit, um Tribe zu beenden. Die Phasen nehmen ziemlich linear an Komplexität zu, so dürfte es weiter gehen. Spore hat etwas für jeden. Man kann sich aggressiv oder freundlich verhalten oder überhaupt nicht. Wer den Künstler in sich spürt, kann seine Zeit mit dem Schaffen, Gestalten und Einfärben von immer neuen Kreaturen verbringen. EA zielt offenbar auf gelegentliche Spieler wie auch die Hardcore-Gemeinde und dürfte beide ins Mark treffen.

Die Systemanforderungen bleiben schockierend mäßig. Wer etwas Neueres als ATI 9500 oder Nvidia FX5900 hat, kann mitspielen. EA behauptet sogar, dass es mit Intel 945GM läuft, eine arthritischen Schnecke von integrierter GPU. Als CPU ist mindestens ein P4/2.0 mit 512 MB RAM erforderlich (768, wenn jemand auf Vista ist).

Ein Mac-Client ist ebenfalls mit dabei. Er verlangt nach OS X 10.5.3 und einem Dual Core von Intel mit 1 GB RAM. Interessanter Weise ist bei Mac mindestens Intel GMA X3100, ATI X1600 oder Geforce 7300 erforderlich. Kein Linux-Client, leider.

Die Grafik von Spore wirft niemanden um, der Crysis gespielt hat, sieht aber immer noch ganz nett aus und erfüllt ihren Zweck mehr als genug. In den Grafik-Einstellungen finden sich drei Levels, niedrig, mittel und hoch. Ich fand erstaunlich, wie gut Spore selbst auf einfacher ausgestatteten PCs läuft. Enthusiastisch schnelle PCs bringen zwar mehr, doch ist offenbar eine harte Obergrenze von 30 FPS eingezogen. Selbst im Testsystem mit Gigabyte-Mainboard MA790GP-DS4H, einem Phenom X4 9950 (2,6 GHz) und einer Sapphire Radeon 4870X2 waren nicht mehr drin, aber das selbst auf einem 30-Zoll-Monitor mit einer Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln.

Die GPU raus und nur noch mit der integrierten Grafik des Mainboards – die noch gut spielbare Auflösung ging auf 1920 x 1200 zurück. 30 FPS waren dabei zumindest mit niedrigen Einstellungen noch immer möglich. Auch mit einer langsameren CPU (Dual Core 4850e) waren ähnliche Framerates wie mit der X4 zu erreichen, und auch die Ladezeiten erhöhten sich nicht.

Also ohne weiteres spielbar mit integrierter Grafik, aber hohe Einstellungen bringen viel mehr Leben in diese Welt. Niedrig ist flach und eher leblos, mittel ist schon ein großer Schritt. Ich empfehle daher zumindest eine GPU aus dem Mittelfeld für das Spiel wie eine ATI 3870 für rund 100 $. Und eine brauchbare CPU bekommt man schon für ein wenig mehr als den Preis des Spiels.

Spore ist ein höchst löbliches Spiel. In den wenigen Tagen, die ich es gespielt habe, hat es bereits viel Tiefe gezeigt. Andere spielten damit einen völlig anderen Stil. Und das ist erst an der Oberfläche gekratzt. Spore ist das Geld echt wert und dürfte sich als eines der großen Spiele bewähren.

(von Charlie Demerjian/bk)

Inquirer UK