Warum Apple-Fans sooo leidensfähig sind

Allgemein

Jede Menge Ärger mit Iphone 3G. Pleiten, Pech und Pannen bei MobileMe. Gängelei im AppStore. Mittlere Qualität zu Höchstpreisen. Und noch immer setzt sich die Apple-Fanbase nicht ab von ihrer hochverehrten Marke. Ein Thema für Marketing-Professoren.

“Objektiv verhält es sich so, dass Apple eine Menge falsch macht”, erklärt Peter Fader, Marketing-Professor an der Wharton School der University of Pennsylvania. Es schade Apple jedoch nicht. Denn die loyalen Fans der Firma und selbst gelegentliche Nutzer identifizierten sich so stark mit Apples Anmutung von High-End-Produkten und Individualismus, dass sie nur zu gerne bereit wären, in die andere Richtung zu sehen:

“Nur sehr wenigen Firmen ist diese Art von Kultsymbolcharakter eigen, der allem einen Glorienschein verleiht, was immer sie tun, und sollte es nur durchschnittlich sein.”

Erhellende Beispiele dafür kennen wir alle, nicht zuletzt auch aus Kommentarschlachten in dieser Publikation. Solche Business-Phänomene sind gar nicht so ungewöhnlich, erklärt Baba Shiva, Professor für Marketing an der Stanford Graduate School of Business. Er vergleicht Apples Fanbase mit den Bikern, die mit Harley-Davidson unterwegs sind und sich nie im Leben auf ein qualitativ weit besseres Motorrad einer japanischen Marke herablassen würden.

Mit dem Ipod-Start habe Apple die eigenen Beziehungen zu den Benutzern verändert. Apple habe sich von einem Nischenhersteller für luxuriöse Produkte zu einem Mainstream-Anbieter entwickelt und zugleich weit tiefer in die Seele der Kunden geschlängelt. In der Öffentlichkeit zähle der Coolness-Faktor. Der Halo-Effekt des Ipod ist Shiva zufolge auch ein ganz wesentlicher Grund, warum die Macs ihren Anteil am US-Markt auf fast 8 Prozent schrauben konnten.

Für ihre Beziehung zur Marke sei typisch, dass Apples Fans negative Informationen herunterspielten – und wie sie es rechtfertigten, mehr für Produkte auszugeben, auch wenn sie nicht unbedingt besser sind als die der Konkurrenz:

“Ist diese Loyalität erst einmal gebildet, kann das so weit gehen, dass jemand eine Geschichte ganz anders sieht und erzählt. Wäre so etwas Microsoft passiert, hätte es langfristig eine noch weit größere Wirkung gezeigt.”

Sollte sich jemand durchschaut fühlen? Nein? Ganz ehrlich?

(bk)

CNN

TecZilla