Tübinger Uni-Studie entlastet die Killerspiele

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Das familiäre Umfeld habe einen starken Einfluss auf die Wirkung von Killerspielen, differenziert eine Psychologen-Studie. Die generelle Verteufelung sei grundverkehrt.

Die kürzlich vorgelegte Bremer Uni-Studie wurde soeben von Erziehungswissenschaftlern und Psychologen der Universität Tübingen bestätigt. Jene haben soeben eine zweijährige Langzeitstudie mit 1.400 Testkandidaten beendet. Ergebnis: Ja, der intensive Konsum von blutigen Actionsielen kann bei Jugendlichen zu erhöhter Gewaltbereitschaft führen, muss aber nicht.

Natürlich werde der Aggressivitätslevel stärker erhöht als bei Horror- und Gewaltfilmen, doch das sei nicht der alleinige Faktor für echte Ausraster. “Es handelt sich vielmehr um ein Quintett an Faktoren. Der Medienkonsum kann eine Schlüsselrolle einnehmen”, erzählt Günter L. Huber, Professor für Pädagogische Psychologie in Tübingen. Die anderen Faktoren sind schulische Situation, die jeweilige Persönlichkeit der Akteurs, sein Verhältnis zu Freunden und Schulkameraden sowie – als klare Schlüsselrolle – die familiäre Situation. Fliegen zuhause Fäuste, Bratpfannen und Hosengürtel, dann seien die Jugendlichen ganz klar für Gewalt in Medien anfälliger. Was für ne Überraschung.

Die wirkliche Neuentdeckung der Forscher: Mit dem Dampfablassen im Actionspiel klappt es bei solchen gefährdeten Jugendlichen dann nicht mehr. Sie spielen sich in einen Rausch, das Game wird ihr Leben, aus dem sie auch danach kaum noch in die reale Welt wieder zurückfinden. Ergo: Das Killerspiel kann Katalysator für solche Problemfälle sein, bei denen Elternhaus, Schule und Gesellschaft bereits versagt haben. (rm)

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