Studie: Killerspiele kein Werk des Teufels

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Nur einer von fünf Faktoren sorge überhaupt für eine höhere Gewaltbereitschaft, fanden Weißkittel in Tübingen heraus.

Nach amerikanischen Studien haben nun auch deutsche Psychologen erkannt, dass der intensive Konsum von Bildschirmblut und virtuellen Gewalttaten nur bei den wenigsten Jugendlichen die reale Gewaltbereitschaft steigere. Das melden die Erziehungswissenschaftler und Psychologen der Universität Tübingen, die das ganze Problemfeld differenziert unter die Lupe nahmen. Demnach sei der Konsum, ob von Horror- und Gewaltfilm oder – durchaus stärker in der Wirkung – von 3D-Ego-Shootern, nie der alleinige Auslöser für Ausraster im echten Leben. “Es handelt sich bei den Ursachen für Aggressivität vielmehr um ein Quintett an Faktoren, in dem der Medienkonsum den Schlüsselreiz einnehmen kann”, erläutert Günter L. Huber, Professor für Pädagogische Psychologie.

Neben der schulischen Situation, der individuellen Persönlichkeit und dem Verhältnis zu Gleichaltrigen sei vor allem das familiäre Umfeld von Bedeutung: “Wer in einem Elternhaus aufwächst, in dem Gewalt an der Tagesordnung ist, ist für Gewalt in Medien anfälliger.” Was der gesunde Menschenverstand diktiert, haben die Tübinger Forscher in ihrer zweijährigen Längsschnittstudie mit 1.400 Schülern nun bestätigt. In ihren Kommentaren betonten sie, dass ein grundsätzliches Killerspiel-Verbot nicht nötig sei. Die bestehenden Gesetze müssten nur eingehalten und die Erziehung beim Medienkonsum auf allen Ebenen verbessert werden. Leicht gesagt. (rm)

pte