Obamas seltsamer Freund

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Während staatsmännisch orientierte Kommentatoren loben, dass Barack Obamas Kandidat für die Vize-Präsidentschaft für außenpolitische Kompetenz sorge, zeigen sich Digital-Verbraucherschützer über die Auswahl von Joe Biden mittelmäßig entsetzt.

Biden hat sich nämlich nur außenpolitisch engagiert, sondern in Washington auch eifrig das Geschäft der Entertainment-Industrie betrieben und sich kräftig gegen Datenschutz engagiert.

So hat er sich für Gesetzesvorhaben stark gemacht, die die Aufnahme und Wiedergabe von Songs aus Internet- oder Satellitenradio einschränken sollten, setzt sich für Internet-Steuern ein und befürwortete den Violent Crime Control Act, der vorsah, dass alle Verschlüsselungs-Codes für die Regierung zugänglich sein sollten.

Dass Biden unlängst Position bezogen hat gegen die ungenehmigten Telefonüberwachungen der Bush-Regierung, wird eher seinen ursprünglichen Ambitionen zugeschrieben, selbst als Präsidentschaftskandidat anzutreten – zuletzt war er mit der Forderung, dass ein Milliarden-Programm zur Überwachung von P2P-Netzwerken aufgelegt werden solle, wieder ganz in bewährtem Fahrwasser. [Nick Farrell / gk]

The Inquirer UK