Datenschützer: Kein Komplettverbot für Datenhandel

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Nach dem jüngsten Missbrauch von Kontodaten mahnen Verbraucherschützer zur Besonnenheit. Radikalforderungen etwa nach einem kompletten Verbot des Datenverkaufs seien wenig hilfreich.

Ein Verbot des Handels mit Daten wäre schlecht für die Wirtschaft und zudem wenig förderlich für den Verbraucher- und den Datenschutz, erkärte Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). »Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Verbraucherdaten ein wertvolles Wirtschaftsgut sind. Das Problem ist nicht der Handel, sondern die Art des Handels und wer hiervon profitiert. Wenn ein Verbraucher – gegen Entgelt oder angemessene Vergünstigungen – seine Daten für Werbezwecke bereitstellt, so soll er dies tun können.«

Für den Verkauf von Kundendaten für Werbezwecke sei aber wie von Verbraucherminister Seehofer und Justizministerin Zypries vorgeschlagen die Einwilligung der betroffenen Person notwendig. Dies könne, so Weichert, in die Ende Juli eingebrachten Gesetzesinitiativen zur Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes und zur Bekämpfung unzulässiger Telefonwerbung integriert werden.

Die derzeitigen Erkenntnisse zum illegalen Handel mit Kontodaten und den wichtigsten Vorschlägen aus der Politik fasst das ULD in einem Text auf seiner Website zusammen.(Daniel Dubsky)