Nigeria schlägt zurück

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Nigeria hat es satt, als Zentrum des Online-Betrugs zu gelten. Als Reaktion auf die Meldung, dass sich die Australier letztes Jahr 36 Millionen Dollar mit den einschlägigen Mails aus der Tasche ziehen ließen, fordert der dortige Botschafter des afrikanischen Staats Knast – für die Opfer.

Botschafter Sunday Olu Agbi hat sich angesichts der jüngsten Betrugszahlen offenbar richtig in Rage gebracht. Dank der Medienberichterstattung habe sein Land ein schlechtes Image, und wer Geschäfte mit Nigeria machen wolle, sei in der Regel sehr misstrauisch.

Daran haben seiner Meinung nach nicht nur die für den Nationalcharakter völlig untypischen Online-Betrüger schuld, die nur 0,1 Prozent der Bevölkerung ausmachten, sondern auch die gierigen Opfer.

Die seien mit ihren Überweisungen genauso an den Betrügereien beteiligt und müssten daher ebenfalls verhaftet werden. Was nicht völlig unlogisch ist, aber doch etwas übers Ziel hinausschießt, und: Lässt sich Dummheit wirklich durch Knast kurieren? [gk]

Sydney Morning Herald