China macht iTunes dicht

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Durch die Hintertür des Apple-Musikladens wollten westliche Künstler ein bisschen Protest nach China tragen – kaum bekamen die Machthaber Wind davon, wurde der Zugang dichtgemacht.

Dabei hielten sich die Aktivitäten der The Art of Peace Foundation in überschaubaren Grenzen: Das Album Songs for Tibet, zu dem notorische Gutmenschen wie Sting und Moby ihre musikalischen Einfälle zum Thema beigetragen haben, wurde via iTunes den bei den Spielen anwesenden Athleten gratis zur Verfügung gestellt mit der Bitte, es doch möglichst oft zu hören.

Dass dies dem Regime in Peking schweren Schaden zufügen dürfte, darf man zwar mit Fug und Recht bezweifeln; dass aber die Zensurbehörden auch im Schatten der Friedensspiele prächtig funktionieren, zeigt die Aktion ebenfalls.

Begleitet wurde sie obendrein von einer angeblichen Basiskampagne chinesischer Internet-User, die nicht nur Apple für den Vertrieb des Albums attackieren, sondern auch dafüpr sorgen wollen, dass Sting und Konsorten nicht mehr nach China dürfen.

Für Apple selbst kommt das alles zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Zum Auftakt der Olympischen Spiele wurde der erste “echte” Laden in Peking eröffnet, dem viele weitere folgen sollen, und auch die Verhandlungen mit chinesischen Netzbetreibern über die iPhone-Übernahme sind noch in vollem Gange. [gk]

Sydney Morning Herald