Online-Karten: Weniger ist mehr

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Detailreich, aber unübersichtlich sind die Karten, die Dienste wie Google Maps und Microsoft Live liefern, fanden Wissenschaftler der University of California. Weshalb sie mit Kollegen der ETH Zürich eine Software entwickelt haben, die die Informationsflut eindämmt.

Dass sämtliche Straßen und Gebäude dargestellt werden, halten die Forscher für kontraproduktiv – wer seinen Weg durch unbekanntes Terrain suche, orientiere sich lieber an wenigen, markanten Elementen. Das  Programm, das sie entwickelt haben, reduziert daher die Komplexität der Karten und nutzt den Umstand, dass verschiedene Kategorien von Orientierungspunkten wahrgenommen werden.

Zum einen gibt es so genannte semantische Landmarken, z.B. ein Theater als kulturellen Markstein. Daneben gibt es  visuelle (etwa durch Farbe und Form auffällige Gebäude) und strukturelle (wie der Rand eines Platzes oder eine Kreuzung).

Die Wissenschaftler haben anhand dieser Kategorien allen Gebäuden in San Francisco ein Rating verpasst und nur diejenigen berücksichtigt, die einen gewissen Wert überschritten. Wenn der User eine Karte generieren will, kann er sich diese Landmarken entweder in einer dreidimensionalen Ansicht zeigen oder alle sichtbaren Seiten eines Gebäudes darstellen lassen.

Bei letzterer Methode wird die Darstellung zwar verzerrt, aber dafür ist die gesamte Fassade sichtbar; um zu verhindern, dass Straßen verdeckt werden, sind diese breiter dargestellt.

Als letztes legt der User fest, für welchen Zweck er die Karte benötigt, so dass z.B. eher Geschäfte abgebildet werden als Restaurants oder umgekehrt.

Die Kartentechnologie wird derzeit noch in San Francisco getestet; angeblich soll aber Microsoft bereits Interesse daran zeigen. [gk]

New Scientist