Kriminelle Telekom? Ja, wir haben Daten verscherbelt!

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Gerade gab die Deutsche Telekom zähneknirschend zu, dass eines ihrer Call-Center im großen Stil Kundendaten weiterverkauft hat.

Wieviel Dreck die Branche unter den Teppich gekehrt hat, wird so langsam klar: Da sind millionenfach Kunden- und Bankdaten im Umlauf und werden offenbar an jeder Ecke auf CD angeboten. Ein lukrativer Markt, dem sich offenbar auch die Deutsche Telekom nicht entziehen konnte. Das fand zumindestens die NDR/WDR-Sendung “Kriminalreport” heraus, die am 21. August (NDR, 21 Uhr) vom Treiben der Telekomiker berichten wird. Vorab wurde schon mal verraten, dass ein Call-Center des Konzerns die Infos der Datenbanken im Verbund auf Scheibe gebrannt und fröhlich im Markt verkauft haben soll. Da geht es ja nur um die Kleinigkeit von bis zu 30 Millionen Kunden. Nicht alle Datensätze dürften verloren gegangen sein, aber die Telekom gab schon mal zerknirscht zu, dass an dem Fall was dran ist.
Zusammen mit den 6 Millionen Datensätzen, die der Bundesverband der Verbraucherzentralen per Scheingeschäft im Internet für lächerliche 850 Euro orderte, kann man also getrost davon ausgehen, dass im Prinzip locker jeder zweite Bundesbürger von Betrügereien betroffen sein könnte.
Die Landesbeauftragte für Datenschutz in Nordrhein-Westfalen, Bettina Sokol, fordert längst ein generelles Verbot für den Handel mit persönlichen Daten wie Name, Anschrift, Geburtsjahr oder Beruf. “Ich sehe dringenden Handlungsbedarf, um den außer Kontrolle geratenen Datenhandel zu stoppen.” Auch die Politik will dem Treiben nicht mehr tatenlos zusehen. Im September ist ein Krisentreffen geplant.
Doch der Geist lässt sich bestimmt nicht mehr zurück in die Flasche stopfen. (rm)

Tagesschau

FTD