Bremst US-Konjunktur den WiMAX-Ausbau?

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Die Analysten und WiMAX-Befürworter der Yankee Group sehen dunkle Wolken am Horizont – vor allem aber am amerikanischen Himmel.

WiMAX sollte der neue Star am Himmel werden – vor allem drahtlose Highspeed-Internet-Verbindungen sollten eine schöne neue Zeit des “Internet anywhere” (Intel-Werbespruch seit 2002) einleiten. Intel, Google Sprint Nextel und andere investierten viel Geld in das Clearwire-Netz – und müssen nun mit den Folgen von Großfusion und Technik-Investition kämpfen – und dann auch noch mit dem Beginn eines weltweiten Abschwungs, der die Verbreitung neuer Technologien bei den Kunden immer abschwächt.

Man sehe dies bereits jetzt an den Quartalszahlen von Ausrüstern wie Alvarion, NextWave und Airspan, so die Mitteilung der Analysten der Yankee Group. Die Provider wie Sprint Nextel und Clearwire würden ihre Ausgaben nun zurückfahren – die Konjunktur alleine, so Yankee, könne den Rückgang bei den Ausgaben aber nicht erklären.

Allen Salmasi, CEO von NextWave, erklärt, man fühle tatsächlich die Effekte einer globalen Abkühlung der Wirtschaftsdynamik in diesem Geschäftsbereich. Das senke die Vorhersagen über mögliche Geschäftserfolge und damit die nötigen Investments. Am Ende schlage dies auf die Hersteller von Chips für WiFi und WiMAX-Komponenten zurück.

Der israelische Hersteller Alvarion, der weltweit fast alle Telekom-Giganten mit WiMAX.-Technik beliefert, sagt das Gegenteil: “Papperlapapp, die gegenwärtigen Netzwerk-Anbieter müssen ihre Netze einfach modernisieren. Die derzeitigen Kunden erweitern ihre Netze wirklich, um das hohe Potential des wachsenden Business auch bedienen zu können”, erklärt Firmenchef Tzvika Friedman und präsentiert stolz seine neuen Geschäftsvorhersagen: 275 bis 300 Millionen US-Dollar Umsatz für 2008 seien da schon drin.

Andere sehen das nicht so rosig: Airspan hat 21,4 Millionen weniger Umsatz als im Vorjahr, Clearwire muss unter 200 Millionen US-Dollar Verlust leiden. Yankee-Kolumnistin Caroline Gabriel warnt andere Analysten, aber davor, das Intel/Google/Sprint-Konglomerat Clearwire als Maß aller Dinge zu sehen. Es gebe durchaus erfolgreiche WiMAX-Installationen in aller Welt. Die US-Netze müssten eben nicht unbedingt zu den weltweiten Gewinnern zählen. (mk)

Meine Meinung: Die Clearwire-Fusion war ein spektakuläres Ding vor gar nicht allzu langer Zeit. Es steckt noch so viel Geld in der Sache und der Ausbau des Netzes ist schon weit vorangeschritten. Doch wo Finanzjongleure die Mittel zurücknehmen, weil sie Angst vor einer Rezession haben, passiert erst mal – nichts, wie auch in Deutschland üblich. Die ersten Erfolge bei WiMAX sind dann wohl eher im Nahen Osten zu erwarten – und in Österreich, wo WiMAX Telecom ordentlich investiert. (Manfred Kohlen)

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