Legales P2P – zum Scheitern verurteilt?

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In England geht bald ein Experiment online: Legales P2P. Nur darf man auch hier das Kleingedruckte nicht vergessen.

Playlouder war in den fünf Jahrens einer Entwicklung so etwas wie ein schmutziges Geheimnis der Musikindustrie. Oder wie sonst soll man einen Internetprovider betrachten, der von seinen Kunden mehr Geld verlangt, damit sie legal und mit Genehmigung der kommerziellen Rechteverwerter Musik tauschen dürfen? Auch und gerade weil mit den Mehreinnahmen die Urheber und Verlage kompensiert werden. Legale Piraterie oder Lösung eines der Hauptprobleme des E-Commerce?

Noch in diesem Jahr, das erklärt Playlouder-Chef Paul Sanders gegenüber der Presse, will man das Unternehmen an den Start bringen. Die Kollegen von Torrentfreak waren so neugierig, dass sie das Geschäftsprinzip des britischen Anbieters einmal genau unter die Lupe nahmen. Was dabei heraus kam, war ernüchternd. Die zahlenden Nutzer des legalen P2P-Service können demnach aus beliebigen BitTorrentquellen Musik downloaden, ohne rechtlichen Ärger fürchten zu müssen – ein Alptraum der internationalen Piratenjäger, nicht wahr? Umgekehrt werden dieselben Kunden aber nicht in der Lage sein, die Musik an andere als Playlouder-Nutzer weiterzugeben. Aus Copyrightgründen. Damit werden sie zu reinen Leechern, mit den bekannten Nachteilen. Also ist schon nach kurzer Zeit der Service kein echtes Geld mehr wert.

Dazu kommt die Möglichkeit der Verschlüsselung (protocol header encryption). Wenn User diesen Kniff benutzen, um sich nicht in die Karten sehen zu lassen, kann der Anbieter auch nicht per heruntergeladenem oder weitergegebenem Song abrechnen, so dass die Urheber nicht mehr korrekt bezahlt werden. Ein Teufelskreis. Und ein Szenario, das zumindest für die Firma Playlouder eine düstere Zukunft verspricht. Letztendlich werden wir an einer gesetzlichen Pauschalabgabe nicht vorbei kommen. Oder? [fe]

Torrentfreak