Apple: Infineon ist an allem schuld!

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Erst wollte Apple gar kein Problem mit den UMTS-Verbindungen des Jesusphones sehen. Jetzt beginnt das Schwarze-Peter-Spiel. Und ein Firmwareupdate soll helfen.

Als das Thema in einem Diskussionsforum hochkochte, machte Apple den Thread nach Hunderten von Beiträgen einfach zu. Mit der nicht eben souveränen Begründung, manche Browser kämen nicht mehr bis ans Ende des Threads. Womit das Problem natürlich noch lange nicht erledigt war.

Es sollte noch dauern, bis Apple das Problem überhaupt zugab – in Form einer Schuldzuweisung. Natürlich wieder nicht offiziell, sondern anstelle einer zitierbaren Stellungnahme indirekt durch kleine Indiskretionen über Wall Street Journal und Washington Post. Und Apple ließ noch durchsickern, man arbeite bereits fieberhaft an einem Firmwareupdate, das die Probleme mindern könne.

Branchenkenner vermuten die Ursache der schwachen Verbindungen und Abbrüche darin, dass Apple nicht auf einen Standardchip setzte, sondern sich eine Sonderanfertigung bestellte. Und die soll jetzt fehlerhaft sein. Fühlt sich Apple nicht selbst für das Endprodukt verantwortlich, nachdem es an die Kunden gehypet wurde?

Das Iphone wurde nicht ausreichend getestet, anders ist das nicht zu erklären. Und könnte das mit Steve Jobs’ bizarrer Neigung zu Kontrolle und Geheimhaltung zu tun haben – weil er einfach nicht das Vertrauen aufbringen konnte, um genügend Geräte zur ausführlichen Erprobung aus der Hand zu geben?

Wie auch immer, einen Kommentar lehnten Apple wie auch der Münchner Chiphersteller Infineon ab. Die Kollegen von Inquirer UK haben sich deshalb überlegt, wie ein Kommentar Apples ausfallen könnte:

“Natürlich ist es nicht unsere Schuld. Wir sind auf diese Welt gekommen, um Freude und Erleuchtung zu verbreiten, nicht Not und Unglück. Wenn eines unserer Spielzeuge ausfällt, dann kann das nicht an uns liegen. Steve Jobs ist unser Prophet, daher sind wir unfehlbar. Wir schieben es auf die Deutschen.”

(bk)

Washington Post

The Inquirer UK