Mobilfunkprovider sollen Altersfreigabe einführen

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Schmutzige Klingeltöne und heiße Heimvideos für jeden Handybesitzer? Damit soll Schluss sein, wenn es nach dem Willen der Engländer geht.

Wie schon im Filmbusiness und bei Computerspielen üblich soll auch die Mobilfunkindustrie für die Inhalte eine Klassifizierung in Altersgruppen einführen. Begründung: Die Hälfte aller Neunjährigen und bis zu 95 Prozent aller 15-Jährigen haben heute schon ein Handy. Oft genug auch schon Modelle, die online- oder videotauglich sind. Von Großbritannien ausgehend, wo sich gerade sechs Provider (die Mobile Broadband Group) auf schärfere Jugendfilter geeinigt habe, rolle eine entsprechende Initiative auf die EU zu, getragen von Kinderschutzorganisationen. Ofcom, die Telekom-Aufpasser von der Insel, bescheinigen immerhin dem britischen Mobilfunkmarkt, sich recht gut an die vor vier Jahren selbst auferlegten Bestimmungen zu halten. Doch die technische Entwicklung gehe weiter, die Handynutzer werden immer jünger und man sollte auf höherer Ebene eine differenziertere Einteilung in Altersgruppen anstreben. So etwas funktioniere schließlich seit Jahrzehnten problemlos in anderen Entertainment-Bereichen.
Manche Provider wie O2 erlauben den Eltern, die Mobiltelefone für den Nachwuchs differenziert einzuschränken. Auch haben sie eine Whitelist mit 22.000 Webadressen aufgestellt, welche für Kinder unter 12 Jahren geeignet seien. Wir alle wissen natürlich, dass dies alles nur Bemühungen sind, das Gewissen ruhig zu stellen. Gewiefte Kids lassen sich nicht so leicht einbremsen. Und Filter haben noch nie eine gute Erziehung ersetzt. (rm)

Guardian