Kopieren ist Drogenhandel – in Ghana

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Juristische Möbiusschleife geglückt: Ghana will Schwarzkopie und Handel damit wie Drogenschmuggel verfolgen.

Jahrzehntelange Erfahrungen mit der Prohibition von Drogen (ausser Alkohol und Nikotin, aus bekannten Gründen) haben die Regierung von Ghana nicht davon abhalten können, dieselbe Politik auch auf den Handel mit kopierten Filmen, Musikalben, Programmen auszudehnen. Präsident John Agyekum Kufuor erklärte öffentlich, Copyright-Bruch sei mittlerweile nicht mehr allein ein Problem der Industrienationen – es beträfe auch die Entwicklungsländer. Ob er sich darüber im klaren ist, dass Copyright immer in der Hand ausländischer Konzerne ist? Ob er deshalb und nach Ablauf seiner zweiten Amtszeit und damit dem gesetzlich vorgeschriebenen Ende seiner Präsidentenlaufbahn anfällig für Zusatzeinkünfte ist?

Klar, das European Union Anti-Counterfeiting Project “zeigte” unlängst, dass allein in Ghana 200 Millionen US-Dollar jährlich durch Piraterie verloren gingen. Wem? Die Ghana News Agency (GNA) jedenfalls verbreitete am 23. Juli die Nachricht, dass die nationale Kriminalpolizei in Zukunft Produktpiraterie wie Drogenhandel einstufen will. Man darf davon ausgehen, dass der Erfolg bei der Bekämpfung von Schwarzkopien durchschlagend sein wird. Nicht wahr? [fe]

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