IOC duldet chinesische Internetzensur

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Totalitäre Regimes sind ja kein Problem für den hehren Olympischen Geist, nicht wahr?

Der Vizepräsident des BOCOG (Beijing Organizing Committee of the 2008 Olympic Games), Wang Wei, erklärte auf Fragen nach der weiter bestehenden Internetzensur, man habe freien Zugang zum Internet mit Ausnahme weniger Websites versprochen. Diese Ausnahmen bildete Web-Angebote, die schädlich für Jugendliche seien; im Übrigen würden solche Angebote von allen Staaten unterbunden. Der Herr Vizepräsident setzt also Free Tibet oder Erinnerungen an das Massaker vom Tiananmen Platz mit Kinderpornografie gleich.

IOC Chef Jacques Rogge nahm dazu Stellung und versprach, dass nach dem Ende der diesjährigen Sommerspiele zum 24. August die Situation eingehend geprüft würde. Er räumte ein, dass das “Problem mit dem Internetzugang” nicht hätte aufkommen dürfen. Man habe dafür eine Entschuldigung von ihm verlangt, was er aber zurückgewiesen habe. Schliesslich würde nicht das Internet in China nicht vom IOC betrieben. Ein wenig erinnert das Ganze an die Olympischen Sommerspiele 1936, nicht wahr? Damals gab es zwar kein Internet, wohl aber ein totalitäres Regime und ein offizielles Ignorieren der Verhältnisse im Gastgeberland. [fe]

AFP