Musikboom durch Videospiele: Warner stellt sich quer

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Ein neuer Vertriebsweg? Beschleunigte CD-Verkäufe durch In-Game-Music-Shops? Bringt alles zuwenig Geld.

In einem Konferenztelefonat mit Reportern und Analysten zur Umsatzsituation der Warner Music Group brachte Unternehmenschef Edgar Bronfman die Faust auf den Tisch. Ja, Videospiele mit Musikinhalt (wie Guitar Hero) seien der Boom, aber die Spielefirmen würden viel zu wenig Lizenzen an die Musikvertriebe bezahlen. Daher behalte sich Warner vor, in Zukunft weniger bis keine Songs mehr für die Musikgames herauszugeben.

Das ist präzise dieselbe Rhetorik, die wir von der iPod/iTunes-Erfolgsstory kennen: selbst als die Labels den Löwenanteil der iTunes-Musicshop-Einnahmen erhielten (und davon weniger als die Künstler weitergaben als bei CD-Verkäufen), wurden sie nicht müde, immer mehr zu fordern. Ach, und MTV: auch da das alte Lied.

Aber da sich die vier Major Labels letztlich doch immer jeweils selbst am Nächsten sind, und die Indies immer stärker werden, wird es beim Gebrüll eines zahnlosen Tigers bleiben. Selbst wenn keine Warner-Songs mehr ihren Weg auf die Playstations dieser Welt finden, bleiben genug andere Tracks zum Rocken übrig. Und alle anderen müssen eben noch die Geduld aufbringen, bis auch wirklich die letzten (Musik-)Dinosaurier ausgestorben sind. [fe]

Arstechnica

Reuters