Facebook wollte StudiVZ übernehmen

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Die Gerüchte stimmten also doch: Bevor Facebook eine Klon-Klage gegen StudiVZ einreichte, wollte das eine Social Network das andere einfach kaufen. Das lief nicht, daher sehen sich die Konkurrenten vor Gericht wieder.

Inzwischen wirft Facebook dem einstigen Wunschobjekt der eigenen Kaufbegierde das “Kopieren und den Missbrauch von Facebooks geistigem Eigentum vor”. StudiVZ dürfe nicht weiter look, feel, features and services von Facebook kopieren. Und her mit dem astronomischen Schadenersatz …

Hintergrund der wütenden juristischen Attacke ist der 10-fach größere Erfolg von StudiVZ in Deutschland, nachdem Facebook erst 18 Monate später hier anlandete. Ein besonderes Ausmaß an Wut dürfte sich aufgebaut haben, da sich StudiVZ inmitten der Verkaufsverhandlungen für rund 85 Millionen Euro an die Stuttgarter Holtzbrinck-Gruppe verkaufte. Holtzbrinck wiederum bot die Site ebenfalls Facebook an, aber mit einem heftigen Aufpreis, was auf das Mehrfache hinauslief. Was Facebook nicht zahlen wollte und statt dessen lieber eine Klage wegen Datenklau und mehr einreichte.

Die 116 Seiten fette Klageschrift erwähnte mit keinem einzigen Satz, dass Facebook als enttäuschter Kaufinteressent handelt. Das machte erst jetzt die International Herold Tribune öffentlich und beruft sich dabei auf frühere Manager von StudiVZ. Ihrer Einschätzung bezweckt die Klage vor allem, Holtzbrinck zu einem Verkauf von StudiVZ zu drängen.

(bk)

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