Angeschlagene Telekom Italia will Hansenet loswerden

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Der neue Hansenet-Chef Carlos Lambarri will eine Fusion mit Versatel oder einen Verkauf an Telefonicá einfädeln. Seit Mai hat er schon den Support zurückgefahren.

Nach einem Bericht der Tageszeitung die Welt kehrt Hansenet-Chef Carlos Lambarri “mit dem eisernen Besen” – die Zeitung zitiert hier eine nicht genannte Mitarbeiterin. Lambarri hatte schon den Kundendienst und den Glasfaserausbau zusammengestrichen und will so Verluste ausgleichen und das Unternehmen für Fusion oder Verkauf “aufhübschen”. Schon im Januar gab es unbestätigte Gerüchte, dass Hansenet-Eigner Telecom Italia die deutsche Tochter loswerden wolle.

Man spreche mit Versatel über eine “Verschmelzung unter Gleichen”, hieß es – was Kunden zum Anlass nahmen, den Kundendienst als “inzwischen gleich schlecht” zu bezeichnen. Man spreche zudem über einen Unternehmensverkauf mit der spanischen Telefónica, deren Festnetz Hansenet bereits benutzt.

Telefonicá sei sehr interessiert, will Die Welt erfahren haben. Für die vor allem unter ihrem Markennamen Alice bekannte Firma Hansenet stellt sich Lambarri einen Preis von rund einer Milliarde Euro vor. Zuvor hatte er bereits Alice Frankreich “aufgeräumt” und verkauft – und konnte hier seine Vorstellungen durchsetzen.

Schon bei der Übrnahme von AOL-kunden begann die leuchtende Marke Alice viel von ihrer Strahlkraft zu verlieren: “Hansenet ist gar nicht mehr so nett“, titelten wir damals. Seither sank der Stern unaufhörlich .Die Halbjahreszahlen des deutschen Unternehmens sollen am morgigen 8. August 2008 veröffentlicht werden. Hier wird sich wohl zeigen, um wieviel Hansenet seine Jahresziele im harten Preiskampf wirklich verfehlt hat. (Manfred Kohlen)

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