Thailand stoppt Verkauf von Grand Theft Auto IV

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Weil ein Teenager nach einem tödlichen Überfall auf einen Taxifahrer das Game als Vorbild für seine Tat angab.

Er wollte wissen, ob ein Überfall auf ein Taxi in Wirklichkeit genauso einfach wäre wie im neuen Grand Theft Auto IV. Das erzählte ein Teenager der Polizei nach der Verhaftung. Der Taxifahrer überlebte den Angriff mit einem Messer nicht. Der Jugendliche gab an, keinen Mord geplant zu haben, das sei nur wegen der Gegenwehr des Opfers so passiert.

Jetzt überschlagen sich die Behörden mit Anschuldigungen gegen das Spiel: “Die Zeitbombe ist bereits explodiert, und die Situation könnte noch schlimmer werden”, so Ladda Thangsupachai, der Director des Cultural Surveillance Centre im thailändischen Kultusministerium, “heute war es ein Taxifahrer, morgen kann es ein Videospieleverkäufer sein”.

Herr Thangsupachai, wann haben Sie zum letzten Mal Bücher verbrennen lassen, weil darin Gewalttaten beschrieben wurden? So bedauerlich der Tod eines Mannes auch ist, der künstlich herbeigeführte Zusammenhang mit einem Videospiel nützt niemandem etwas. Oder wie viele Taxifahrer wurden in Thailand ohne diese fadenscheinige Ausrede erstochen und ausgeraubt? [fe]

Reuters