VZ-Eskalation: BörseVZ verklagt StudiVZ

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Bumerang? Die Abmahnwut der StudiVZ-Anwälte gegen Wettbewerber mit dem Buchstabenkürzel VZ fliegt zurück: BörseVZ verklagt seinerseits wieder StudiVZ.

Das Markenrecht bringt kuriose Blüten zutage. So wie einst die Telekom die Farbe Magenta und den Buchstaben T in den seltsamsten Zusammenhängen für sich reklamierte, scheinen nun die StudiVZ-Anwälte mit der Nutzung der Buchstabenkombination “VZ” auf einen ähnlichen juristischen Dauerbrenner gestoßen zu sein. Das findet zumindest BörseVZ-Initiator Ralf Müller, der mit einer negativen Feststellungsklage gegen den Studenten-Dienst und dessen Klage zurückschlägt. Die Gegenklage wurde am 31.7. beim Landgericht Nürnberg-Fürth eingereicht, berichtet pte.

Müller meint, StudiVZ verwende Textbausteine mit Muster-Abmahnungen gegen alle Domain-Inhaber, die “VZ” im Domainnamen hätten. Das geschehe ohne Berücksichtigung von Einzelfällen und deren Besonderheiten. Schon aufgrund der völlig unterschiedlichen Zielgruppen der Web-Dienste habe StudiVZ keinerlei Unterlassungsansprüche.

Das Wertpapiernetzwerk möchte die umstrittene Buchstabenkombination weiter im Namen tragen und skandiert: eine Firma dürfe nicht das alleinige Nutzungsrecht für eine Nutzung von zwei Buchstaben im Domain-Namen haben. Dies sei ja dann ein Monopol, und das müsse verhindert werden.

Juristisch glücklich ist der Studenten-Austauschdienst derzeit ohnehin nicht. Nach viel Geschrei um geänderte Geschäftsbedingungen kam noch die Klage von Facebook, die behauptet, die Ideen zu einem Studenten-Austauschdient seien geklaut.

Unternehmer seien gewarnt: Bevor Sie eine Internet-Adresse einrichten, prüfen Sie lieber auf vorhandene ähnliche Markenzeichen. Das kann am Ende viel Geld sparen – ganz egal wie (un?)gerechtfertigt Behauptungen von Gegnern sind. (mk)

Meine Meinung: Die Kombination von Erbsenzählern und Rechtsverdrehern nimmt überhand – erfolgreich ist heutzutage offenbar nur, wer genug Geld hat, einen Anwalt zu bezahlen (so wie hinter StudiVZ die Geldmengen von Holtzbrinck stecken) und nicht, wer eine Idee hatte und diese auch umsetzte. So könnte im Grunde auch der Amerikaner Ted Nelson von allen Internet-Diensten Geld verlangen: Er erfand schon 1963 das Prinzip Hypertext, das Web-Erfinder Tim Berners-Lee inspirierte. Doch Nelson ist das alles inzwischen zu doof: Er ist jetzt Professor in Japan. (Manfred Kohlen)

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