Linux springt auf den Desktop

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Die Zahl der PCs mit vorinstalliertem Linux nahm drastisch zu, seit Microsoft im Januar 2007 Windows Vista vorstellte. Wie Zahlen aus den Vertriebskanälen beweisen.

Zuvor gab es Linux auf dem Desktop eigentlich gar nicht, rein statistisch gesehen. Von den PCs, die in Großbritannien durch die indirekten Vertriebswege verkauft wurden, kamen nur magere 0,1 Prozent mit Linux als vorinstalliertem Betriebssystem. Seither hat sich der Linux-Anteil um das 28-fache vervielfältigt – von 0,1 auf fast 3 Prozent.

Seit dem Vista-Start pirschte Linux voran, holte sich immer noch einen Krümel vom großen Kuchen. Die 2-Prozent-Barriere riss das quelloffene Betriebssystem im Mai, als die aktuelle Version von Ubuntu veröffentlicht wurde. Ubuntu scheint die besten Chancen zu haben, noch größere Dellen in Microsofts Besitzstände zu schlagen. Da ist noch viel zu holen, denn derzeit besetzt Microsoft 93 Prozent der Maschinen, die durch die britischen Vertriebskanäle gehen.

Der beeindruckende Desktop-Zuwachs von Linux erfolgte unter widrigen Bedingungen, da die Distributoren an der kurzen Leine von Microsoft hängen. Das läuft über die Marketing-Zulagen, für die Microsoft 3 Prozent seiner gesamten Umsätze einsetzt. In Zeiten harter Konkurrenz und knapper Margen kann es bei Distributoren und Resellern über Gewinn oder Verlust entscheiden, ob sie diese Zulagen erhalten oder nicht. Der Rekord von 2,8 Prozent PCs mit vorinstalliertem Linux im Juni geht daher allein auf die drängende Nachfrage der Käufer zurück.

(bk)

The Inquirer UK