Apple spielt Jo-Jo mit Iphone-App

Allgemein

Eine der gezielten Einschränkungen des Iphones ist die fehlende Modemfunktion. Die Anwendung Netshare sollte es dennoch ermöglichen, mit einem PC oder Notebook die Internetverbindung des Jesusphones zu nutzen. In Apples AppStore tauchte Netshare auf, verschwand kurz darauf, kam wieder ins Angebot – und verschwand wieder.

Netshare sorgt für Internet-Sharing, indem es als Socks-Proxy fungiert, und lässt PCs die mobile Verbindung per WLAN nutzen. Diese praktische Lösung der Firma Nullriver kam für 10 $ in das exklusive Angebot der von Apple zugelassenen Anwendungen, verschwand jedoch innerhalb von nur 20 Minuten wieder. Und nicht einmal Entwickler Nullriver erfuhr, warum:

“Wir sind nicht sicher, warum Apple die Anwendung aus dem Angebot nahm, da wir von Apple bislang noch nicht darüber informiert wurden. Netshare verletzt keine der Vereinbarungen für Entwickler oder den AppStore. Wir hoffen, dass wir von Apple bald etwas hören.”

Das war vorgestern, und Apple ist noch immer in Stummschaltung. Statt dessen ging es reichlich verwirrend weiter. Netshare tauchte erneut im AppStore auf, wie unter anderem die Washington Post erfreut berichtete. Aber auch diesmal sollte es nicht von Dauer sein:

“Update 2: Apple hat es wieder entfernt, und wieder ohne jede Erklärung.”

Wie diese Geschichte ausgeht, ist noch völlig offen. Es gibt jede Menge widersprüchliche Berichte, je nach dem Zeitpunkt, zu dem sie verfasst wurden. Wütende Käufer spekulieren über den Einfluss von Apples exklusiven Mobilfunkpartnern wie AT & T oder T-Mobile, die ihre Datenpakete gerne doppelt verkaufen wollen – einmal für das Mobiltelefon und einmal für das Notebook.

Apples Jo-Jo-Affäre zeigt exemplarisch die Nachteile geschlossener Systeme. Es ist immer schlecht, wenn ein Hersteller entscheiden will, was den Käufern erlaubt sein soll und was nicht. Und von mündigen Verbrauchern scheint gerade Apple wenig zu halten.

(bk)

The Inquirer UK

Techcrunch

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