Midori oder: Das Ende von Windows

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Vista hin oder her, Microsoft kann sich inzwischen ein Leben nach Windows vorstellen. Es heißt Midori, besteht aus Komponenten und wird Web-basiert sein.

Geflüstert wurde darüber schon einige Zeit, doch nun zitiert ein Bericht ausführlich aus internen Microsoft-Dokumenten. Midori wurde offenbar vom experimentellen Betriebssystem Singularity abgeleitet, mit dem Microsoft Research bereits einige Zeit beschäftigt war. Es dürfte inzwischen jedoch weit mehr als ein Forschungsprojekt sein. Das Unternehmen Midori wird geleitet von Eric Rudder, seines Zeichens Senior Vice President für technische Strategie bei Microsoft und schon länger einer der engsten Mitarbeiter von Bill Gates.

Anders als Windows ist Midori schon von der Architektur her auf das Internet ausgerichtet und setzt auf Technologien, die bei der Entwicklung von Windows noch nicht verfügbar waren. Die OS-Komponenten laufen weitgehend isoliert voneinander ab. Midori wurde entwickelt, um direkt auf nativer Hardware zu laufen und von Windows Hyper-V gehostet zu werden, Microsofts Virtualisierungstechnologie.

Dem Bericht von SD Times zufolge ist Midori ein Internet-zentriertes Betriebssystem. Es beruhe auf einem Konzept miteinander verbundener Systeme und vermeide weitgehend die für ein heutiges OS typischen Abhängigkeiten zwischen lokalen Anwendungen und der Hardware, auf der sie laufen.

Das ergibt Sinn für die Zukunft von Cloud Computing und On-Demand-Services, meint Technologie-Analyst Bryan Madden. Microsoft habe diese Notwendigkeiten erkannt: “Sie bereiten sich auf den Tag vor, an dem den Leuten klar wird, dass sie Windows nicht mehr benötigen. Und sie denken darüber nach, was sie tun können, um nicht bedeutungslos zu werden.”

(bk)

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