Industrie-Spionage: Oracle erhebt Vorwürfe gegen SAP-Führung

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Der US-Datenbankriese hat seine Klage gegen den deutschen Software-Hersteller ausgeweitet. Das Management soll schon vor dem Kauf von TomorrowNow gewusst haben, dass das Unternehmen in illegale Aktivitäten verwickelt ist.

Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat Oracle im Rechtsstreit mit SAP neue Dokumente eingereicht, aus denen hervorgeht, dass SAP-Chef Kagermann und drei weitere Manager am 7. Januar 2005 ein vertrauliches Dokument erhalten hätten, in dem auf illegale Aktivitäten bei TomorrowNow hingewiesen wurde. Oracle wirft dem Unternehmen, das nur ein paar Tage später von SAP übernommen wurde, Betrug und unfairen Wettbewerb vor. Insbesondere, dass man sich wohl Zugang zum geschützten Support-Bereich von Oracle verschaffte und dort fleißig Software und Info-Material herunterlud, erregte den Ärger des Datenbankherstellers.

SAP betonte stets, die Vorfälle würden nur TomorrowNow betreffen, man selbst hätte keinerlei Zugriff auf die Dokumente gehabt. Erst trennte sich vom CEO und Teilen des Top-Managements von TomorrowNow, dann entschied man, die US-Tochter komplett dichtzumachen. Die Übernahme vor drei Jahren darf damit als klassischer Fehlgriff eingestuft werden.

Die Klage von Oracle soll nach dem Willen des Gerichts friedlich beigelegt werden. Die beiden Unternehmen haben bis Oktober Zeit, eine Einigung auszuarbeiten – als Schlichtungstermin wurde der 6. Oktober 2008 angesetzt. (Daniel Dubsky)