WLAN-Bridging in der Praxis
Mehr Reichweite & Mehr Sicherheit

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Wer Netze via WLAN koppelt, sollte auch auf Details achten, um das Maximum herauszuholen. Passende Antennen sind dabei ebenso wichtig wie die richtigen Sicherheitseinstellungen und rechtliche Aspekte.

Antennentypen

Die meisten Access Points werden schon mit Antennen bestückt ausgeliefert. Doch das reicht in einigen Fällen nicht aus. In vielen Praxisbeispielen sieht man schnell, dass oft zusätzliche, externe Antennen notwendig sind, um gesteigerte Anforderungen zu erfüllen. Die wichtigsten Typen:

Richtantennen strahlen horizontal und vertikal in einem eher begrenzten Winkel von etwa 9 Grad. Sie werden üblicherweise zur Installation von Point-to-Point-Strecken auf Dächern oder Masten eingesetzt, mit denen Netzwerkabschnitte über große Distanzen verbunden werden.

Polarisations-Diversity-Antennen nutzen zwei Signale, deren Polarisation um 90 Grad gedreht ist. Die beiden Antennensignale führen bei traditionellen Diversity-Empfängern zu einer effektiv besseren Performance, da das jeweils stärkere Signal verwendet werden kann.

Ein paar Tipps erleichtern Ihnen die Auswahl des Antennen-Standorts:

1. Platzieren Sie die Antennen an einem Ort, der ein gutes Freifeld für die Datenübertragung zu mobilen WLAN-Clients oder P2P-Gegenstellen bietet.

2. Setzen Sie die Antennen möglichst nah zu den Access Points. Die Länge der Koaxial-Kabel zwischen Access Point und Antenne hat einen erheblichen Einfluss auf die Dämpfung des gesamten WLAN-Systems und damit z. B. auf die Reichweiten bzw. möglichen Datenraten.

3. Der Montageort der Komponenten, die außen am Gebäude angebracht werden, sollte sich möglichst nahe an der Einführungsstelle der verwendeten Koaxial- oder Ethernet-Kabel befinden. Unnötig lange Kabelführungen im Außenbereich verstärken die Gefahren durch Blitzeinwirkungen.

4. Vermeiden Sie im Außenbereich Montageorte in der Nähe von freiliegenden metallischen Leitern wie Regenrinnen.

Richtantennen strahlen in begrenztem Winkel und sitzen am besten auf dem Dach oder an einem Mast.


Absicherung der WLAN-Bridge

Für WLAN-Access-Points mit Bridge-Funktion gelten die gleichen Sicherheitstipps wie für »normale« Access-Points. So sollten die Basisstationen physikalisch geschützt werden, etwa in einem Server-Raum, zu dem nur ein fester Personenkreis Zugang hat. Bis vor einigen Jahren war es ein absolutes Muss, zusätzlich zur Verschlüsselung ein VPN einzurichten. Das ist mittlerweile wegen der gehobenen Sicherheitsstandards nicht mehr zwingend nötig. Dabei hat sich gerade im Bereich der VPNs einiges getan. So ist etwa die Konfiguration mit aktuellen Geräten wesentlich vereinfacht worden. Neben den zentralen Bestandteilen des WLAN-Systems (Access Point, Antenne und Stromversorgung) gehören die Komponenten für den Blitz- und Überspannungsschutz zu den wichtigsten Zubehörteilen im Outdoor-Bereich.

VPN auf Knopfdruck: Hersteller wie Lancom vereinfachen die VPN-Konfiguration.


Rechtliche Fragen

WLAN-Bridges auf Basis von 802.11n funken aus Leistungsgründen oft im 5 GHz-Frequenzbereich. Dieses Frequenzband wird jedoch auch von anderen Funkanwendungen genutzt, beispielsweise den Positionsradaren von Flughäfen oder im militärischen Umfeld. Damit diese übergeordneten Systeme durch das WLAN nicht gestört werden, müssen WLAN-Installationen im 5-GHz-Band automatisch und schnellstmöglich den verwendeten Kanal freigeben, wenn sie dort ein Radarsignal bemerken. Dazu ist die Einhaltung der europaweit gültigen Norm ETSI EN 301 893 – auch DFS2 (Dynamic Frequency Selection) genannt – verbindlich.

Außerdem sind Richtfunkstrecken auf Basis von Standard Wireless LAN grundsätzlich weder anmelde-, noch gebühren- oder genehmigungspflichtig. Das bedeutet, dass ihr Betrieb keine Lizenzkosten verursacht. Die einzige Ausnahme bei der Meldepflicht ist das FBWA (Fixed Broadband Wireless Access). Soll eine Funkstrecke im Frequenzband von 5.725 MHz bis 5.850 MHz betrieben werden, muss diese bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden, es fallen jedoch keine Verwaltungsgebühren an.