Siemens-Affäre: Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe

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Im ersten Prozess gegen einen früheren Siemens-Manager hat die Staatsanwaltschaft eine Geld- und Bewährungsstrafe gefordert. Der Angeklagte hätte kooperiert und sich einsichtig gezeigt.

Am Montag steht das erste Urteil im Prozess gegen ehemalige Spitzenmanager von Siemens an. Staatsanwältin Nora Kaiser fordert für Reinhard Siekaczek, Ex-Manager der Siemens-Sparte ICN, eine Geldstrafe von 180 000 Euro und eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Er wurde wegen Untreue in 58 Fällen angeklagt und soll 53 Millionen Euro in schwarze Kassen umgeleitet haben. In neun Fällen wurde das Verfahren allerdings eingestellt, so dass sich Siekaczek für Untreue in 49 Fällen verantworten muss.

Die Staatsanwältin erklärte, die Strafe müsste eigentlich höher als gefordert ausfallen, doch der Angeklagte habe kooperiert und entscheiden zur Aufklärung beigetragen. Zudem hätte er sich einsichtig gezeigt und im Auftrag seiner Vorgesetzten sowie, wie er glaubte, im Interesse der Firma gehandelt, was sich ebenfalls strafmildernd auswirke.

»Er war ein auswechselbares Glied in der Korruptionskette«, betonte Verteidiger Uwe von Saalfeld und bat um eine milde Strafe. (Daniel Dubsky)