Grossbritannien macht Internet-Provider zu P2P-Polizei

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Das Missverständnis geht weiter: Wer dreimal des Dateitauschs beschuldigt wird, bekommt einen langsameren Zugang. Oder nicht.

Mit Bandbreitenverringerung oder Zwangsfilterung der Downloads werden in Zukunft angebliche Tauschbörsenbenutzer bestraft. Das lesen zumindest die Vertreter der Contentindustrie aus dem aktuell geschlossenen Vertrag heraus. Wer dreimal von seinem Provider dabei erwischt wird, wie er möglicherweise copyright-geschützte Dateien illegal via Internet tauscht, wird mit diesen Sanktionen bedroht. Denken manche.

Was von den angeblichen Beweisen zu halten ist, wurde bereits andernorts diskutiert. Festzuhalten wäre hier nur die hohe Fehlerrate beim Identifizieren von angeblich illegalen Up- und Downloadern. Auch haben sich nur sechs britische Provider und nur auf Drängen der Regierung in London bereit erklärt, bei diesem Mummenschanz mitzumachen. Es handelt sich hier um British Telecom, Virgin Media, Orange, Tiscali, Sky und Carphone Warehouse. Diese Unternehmen müssen jetzt wohl mit einer gewissen Abwanderungsrate ihrer bis dahin besten Kunden rechnen.

Zu heftig dürfte diese allerdings nicht ausfallen. Betrachtet man das Vertragspapier genauer, dann fällt auf, dass sich die Musikmogule nicht wirklich durchsetzen konnten. Tatsächlich sind keinerlei Strafmassnahmen vorgesehen. Wer sich also nicht daran stört, wiederholt Drohbriefe von seinem Provider zu erhalten, kann weiterhin munter Songs und Filme anderer Leute geniessen. Kostenlos. In Grossbritannien. Nicht gesprochen wurde dagegen über eine Pauschalabgabe auf Internetanschlüsse, um damit die Urheber zu kompensieren. Es bleibt also eigentlich alles beim alten. God save the queen. [fe]

BBC

Ars Technica