SAP macht US-Skandaltochter dicht

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Nach dem ganzen Ärger rund um Datendiebstahl bei Oracle und Klage durch den Konkurrenten trennen sich die Walldorfer nun von der belastenden Gesellschaft. Deren Kauf war damit ein klassischer Fehlgriff.

Bis zum 31. Oktober soll das Geschäft der US-Tochter TomorrowNow eingestellt werden, bestätigte SAP gestern Abend der Presse. Der 2005 erworbene Dienstleister steht im Mittelpunkt eines erbitterten Rechtsstreits mit Oracle, für dessen Kunden die Firma tätig ist. Nach dem Übergang an den Konkurrenten aus Deutschland habe TomorrowNow sensible Oracle-Daten genutzt und angeblich an die Muttergesellschaft weitergereicht.

TomorrowNow wird durch die anstehende Aufgabe wertlos. Hinzu kommen die Forderungen seitens Oracle. Der Gesamtschaden dürfte sich damit auf einige hundert Millionen Euro beziffern, die SAP damit in den Sand gesetzt hat. Jene rund 225 Kunden der US-Tochter, die mit Software von PeopleSoft, JD Edwards oder Siebel gearbeitet hatten, sollen ihre Wartung künftig bei Oracle einholen. Auch das schon eine Art Kompensation für das Geschäftsgebahren von TomorrowNow. (Ralf Müller)