Sony Ericsson fällt auf die Nase und blutet

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Die Marken Walkman und Cybershot konnten das Samurai-Wikinger-Gespann nicht retten. Resultat: Ein tiefer Sturz auf den Boden der Tatsachen.

Innerhalb von zwölf Monaten plumpste Sony Ericsson von einem 220-Millionen-Euro-Quartalsgewinn auf blamable 6 Millionen Euro runter. Dabei schmolz der Umsatz im gleichen Zeitraum nur um gemächliche 9 Prozent von 3,11 auf 2,82 Milliarden Euro ab. Japanisch-schwedische Erklärungsversuche: Der bissige Wettbewerb. Die bösen Wechselkurse. Die verarmende Mittelklasse. Die fiesen Steuern. Und ein Produktmix, der vor allem in Europa nicht mehr so gut ankam. Wow, nur ein eigener Fehler.
Und wie will Sony Ericsson die Talfahrt nun beenden? Mit den üblichen (und wie wir wissen unzureichenden) Rezepturen aus der Betriebswirtschaftslehre: Firma umstrukturieren, 300 Millionen Euro Kosten jährlich einsparen (also mal wieder Entlassungen) und – äähhh – sonst nix. Bessere Produkte? Davon war bei Präsident Dick Komiyama keine Rede. Schließlich ist man ja schon auf der Schiene, massenhaft Billig-Handys zu entwerfen und für wenig Geld (und noch weniger Marge) auf die Märkte zu werfen. Auf die Idee, mit einem eleganten Playstation-Designerhandy mal schön Kasse zu machen, kommt das Joint Venture nicht. Klingt, als ob sie den Motorola-Weg eingeschlagen haben. (rm)

IT Examiner