BSA-Vorwurf: Raubkopierer vernichten Arbeitsplätze…

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…bei der Polizei! Dieser Zusammenhang, mühsam per Studie zurechtgezimmert, klingt genauso logisch wie: “Raubkopierer zerstören das Universum”.

Die Business Software Alliance beauftragte IDG mit einer weiteren Piratenstudie. Acht Bundesstaaten wurden sorgsam durchforstet, um schockierende Resultate aufzutreiben, die dann den geschockten Bürger möglichst davon abhalten sollen, jemals etwas zu kopieren. Das überraschende Ergebnis diesmal (PDF): Raubkopierer machen die Straßen unsicherer. Yo man, sie sorgen dafür, dass es 24.000 Polizisten weniger im Lande gibt, die für mehr Ordnung sorgen könnten. Wie das? Würden die Menschen ihre Software legal kaufen, gäbe es 15 Milliarden Dollar mehr Umsatz. Die Steuern daraus würden locker reichen, diese Heerscharen an Polizisten auf die Raubkopierer loszulassen (die es dann ja nicht mehr gäbe).
Klingt an den Haaren herbeigezogen? Ist es auch. Zunächst mal wurden 200 Menschen pro Bundesstaat befragt – nicht unbedingt repräsentativ, zumal keinerlei statistische oder demographische Daten erfasst wurden. Vor allem die (übliche) Fehlerquote wurde wohl ganz außer Acht gelassen.
Die entgangenen Umsätze werden eher lässig hochgerechnet, denn Preisunterschiede, diverse Lizenzmodelle und Kaufwillen (viele Raubkopien werden gar nicht benutzt respektive gebraucht) sind fröhlich ignoriert worden.
Die Tatsache, dass sich daraus kaum linear Steuern ableiten lassen (Lizenzmodelle) und dass diese Steuern für viele Dinge benutzt werden, aber eher nicht direkt, um 24.000 Polizisten einzustellen oder 100 Schulen zu bauen, wird natürlich der Wirkung halber komplett missachtet. Ergo: Ziemlich kriminelle Methoden, um den Bürger zu kriminalisieren. (rm)

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