HTC Touch Diamond
Es ist nicht alles Gold, was glänzt

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Seit kurzem gibt es nun die neue Version von Apples iPhone zu kaufen. Spätestens jetzt wird es Zeit, sich zu fragen, ob das iPhone wirklich das Gelbe vom Ei ist. Wir haben uns als Alternative das Touch Diamond angesehen. Ob es dem Apple-Gerät das Wasser reichen kann, zeigt der Test.

Touch Diamond vs. iPhone

Auf den ersten Blick wirkt das Diamond durchaus attraktiv und einige Mitglieder der Redaktion fanden es sogar hübscher als das iPhone. Auch ist es kleiner und schmaler und passt damit besser in die Hosentasche. Navigiert wird, ähnlich wie bei Apples Variante, mit dem Finger. Für Grobmotoriker hat HTC jedoch auch einen Stylus-Stift mit eingepackt: Dieser ist auch bitter notwendig, da die Navigation per Hand an vielen Stellen zu wünschen übrig lässt.

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Zudem reagiert das Gerät recht träge: Die Menüs und Optionen erscheinen erst nach einer kurzen Wartezeit – selbst die PIN-Eingabe lässt auf sich warten. Zwar ist das Touchscreen sehr präzise – reicht jedoch bei Weitem nicht an die Empfindlichkeit und Präzision des iPhones heran. Bei Texteingaben haben Nutzer jeweils die Wahl zwischen vier verschiedenen Tastatur-Arten: Handy-Tastatur, Compact-QWERTZ, Standard-QWERTZ und PC-Tastatur-Layout. Bei den ersten drei Varianten kann je nach Bedarf auch die automatische Wort-Erkennung und -Vervollständigung T9 hinzu geschaltet werden. Die PC-Tastatur kann praktisch nur mit dem Eingabestift bedient werden – im Test klappt die Text-Eingabe mit dieser Variante am besten.

Der wohl größte Nachteil des Diamonds gegenüber dem iPhone ist wohl das verwendete Betriebssystem. Hier kommt erstmals das neue Windows Mobile 6.1 zum Einsatz – dieses ist jedoch viel zu träge für ein Mobilgerät. Die neue Version hat die Schwerfälligkeit und Fehler der Vorversionen geerbt: So bleiben geschlossene Tasks auch weiterhin im Hintergrund offen und verlangsamen so das Smartphone. Um einen Task wirklich zu schließen, muss er nochmals im Task-Manager deaktiviert werden – das nervt und mach ein ohnehin schon langsames Handy noch langsamer. Was man HTC allerdings anrechnen muss ist das eigene User-Interface für das schwerfällige Microsoft-Betriebssystem. Mit TouchFlo-3D wird ein großes Stück Komfortabilität gewonnen.


Überzeugend: WLAN und Websurfing

Im Test ist das Diamond alles andere als innovativ: Wichtige Optionen wie die Interneteinstellungen lassen sich erst nach einigen Minuten Suche finden. Ein Plus ist jedoch die WLAN-Funktionalität des Gerätes: Im Test funktioniert die Verbindung zum WLAN-Router einwandfrei und selbst der Verschlüsselungsstandard WPA2 wird unterstützt. Ebenfalls positiv aufgefallen ist die Einrichtung von E-Mail-Accounts: Das Diamond bietet sogar vorkonfigurierte Assistenten für die Einrichtung von Konten bei Google-Mail und Co. Ebenfalls nett ist die native Flash-Unterstützung. Damit müssen YouTube-Videos nicht wie bei Apples Gerät erst in ein passendes Format umgerechnet werden, sondern werden direkt abgespielt. Dadurch lassen sich auch leicht Videos von anderen Webseiten wiedergeben. Auch gefallen hat im Test der vorinstallierte Opera-Browser: Der Surfkomfort steht nur geringfügig dem eines gewöhnlichen Rechners hinterher. Mit UMTS und 7.2-MBit-HSDPA überzeugt das HTC-Handy auch mit seiner Geschwindigkeit. Der Surfcomfort erreicht fast Desktop-Niveau. Webseiten erscheinen rasch auf dem hochauflösenden Bildschirm (480 x 640 Pixel) und auch das Herunterladen von Inhalten ist ohne lange Wartezeiten erledigt.

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Ansonsten kann das Diamond Apples iPhone zumindest in der Akkulaufzeit deutlich ausstechen. Zwar ist das Gerät kein Laufzeit-Wunder, hält allerdings im Gegensatz zum iPhone länger als einen Tag bei geringfügiger Nutzung durch. Überzeugend sind auch die Kippsensoren des HTC-Gerätes. Bestens demonstriert werden diese in einem Minispiel, in dem es gilt, eine Kugel durch Kippen des Handys an Hindernissen vorbei zu manövrieren. In Kombination mit dem hervorragenden Vibrations-Feedback gewinnt man so tatsächlich das Gefühl, dass es sich um eine echte Metallkugel handelt.


Fazit

Das HTC Touch Diamond ist ein nettes Gerät – das ist aber auch schon alles. Nutzer die keinen Wert auf Spielereien legen sollten lieber die Finger davon lassen – ähnliches gilt für Business-Anwender. Wer ein Blackberry hat – sollte dieses lieber behalten. Wer ein iPhone hat, kann es ruhigen Gewissens behalten, denn das Diamond kann dem Apple-Handy leider nicht das Wasser reichen. Der Touchscreen enttäuscht und auch die Geschwindigkeit ist alles andere als gut. Ohne Windows Mobile, ausgestattet mit einem eigenen Betriebssystem, wäre das Gerät sicher eine denkbare Alternative zum iPhone – so aber nicht. Spätestens beim Preis von rund 520 Euro sollten sich potentielle Käufer wirklich überlegen, ob eine solche Investition ihr Geld wert ist. Das Handy hat einige interessante und nützliche Funktionen – diese rechtfertigen jedoch nicht den hohen Preis.

Touch Diamond
Hersteller: HTC
Webseite: www.htc.com/de
Preis: ab 520 Euro

Note: befriedigend
Ergonomie (40%): befriedigend
Ausstattung (25%): gut
Leistung (25%): ausreichend
Service (10%): gut

Technische Daten:
Größe: 102 x 51 x 11,3 mm (HxBxT)
Gewicht: 110 g
Gesprächszeit: bis zu 4 Stunden
Stand-by: bis zu 300 Stunden
Netz: Tri-Band + W-CDMA
Betriebssystem: Windows Mobile 6.1
Datenübertragung: WAP, EDGE, GPRS, UMTS (HSDPA, HSUPA), Bluetooth 2.0, WLAN 802.11b,g, USB

Display:
Bildschirmart: Touchscreen
Farben: 65.536
Größe: 2,8 Zoll
Auflösung: 480 x 640 Bildpunkte