Internet-TV-Sender verlässt Deutschland

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Die Regelungswut der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien hat Folgen. 30 Arbeitsplätze sind schon weg.

Da unsinnige Regelung, jegliches Internet-Streaming sei ab 500 potenziellen Zuschauern genehmigungspflichtig, wird auch im kommenden 12. Rundfunkstaatsvertrag enthalten sein. Die Lizenzierungspflicht bleibt daher nicht auf die Grenzlinien des Laptop- und Lederhosen-Staats begrenzt.

Der Münchner IPTV-Produzent Grid TV zieht die Konsequenzen und geht mit seinen 30 größten Programmen und der gleichen Zahl von Mitarbeitern nicht nur über den Weißwurst-Äquator. Sondern sucht Asyl in der weniger regulierungswütigen Schweiz. In Bayern verbleiben nur die schwächeren Kanäle, die sich deckeln lassen, so dass sie nicht von mehr als 499 Nutzern gleichzeitig gesehen werden können.

Grid TV verbreitet Spartenprogramme über das IP-Protokoll. So können Verlage, Unternehmen, Verbände oder Privatpersonen ihr eigenes Internet-Fernsehen machen. Die Firma wirbt mit “Blue-Chip-Kunden in Industrie und Medien”, die schon für 320.000 eigene TV-Inhalte und über 220 erfolgreiche TV-Sender in SD und HD gut waren. Mit dabei sind unter anderem Audi, die Münchner Abendzeitung und der Wissenschaftssender Science-TV.

Geschäftsführer Ingo Wolf will sich nicht von den “netten, älteren Herren” schikanieren lassen, die in den Landesmedienanstalten sitzen. Es gebe längst keine Existenzgrundlage mehr für sie, dennoch wollten sie weiterhin nur ihren Berufsstand sichern:

“Von außen senden Anbieter via Internet in deutscher Sprache zu uns, und hier wird jetzt der Markt über Medienanstalten für uns begrenzt.”

(bk)

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INQ: Bayern will Streaming regulieren