EU kippt das GEMA-Monopol

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Die EU-Kommission reformiert das Urheberrecht. Mit einem Deal: Die Künstler behalten ihre Verwertungsrechte 95 Jahre, dafür ist Konkurrenz zwischen den Verwertungsgesellschaften angesagt.

95 statt 50 Jahre sollen Künstler – als ob die so lange leben würden – in Zukunft ihre Tantiemen kassieren dürfen. Die könnten aber ein wenig schmäler ausfallen, weil Konkurrenz wischen den Verwertungsgesellschaften für etwas geringere Lizenzzahlungen sorgt .

Damit ist das nationale Monopol der GEMA weg, sie wird sich richtig umstellen und wie andere über die Landesgrenzen hinweg konkurrieren müssen. Und zwar blitzartig, denn die EU erwartet die Auflösung der “Quasimonopole” innerhalb weniger Monate. Gegenseitigkeitsverträge mit anderen Vertretungsgesellschaften sind untersagt. GEMA-Vertreter jammerten im vorhinein, das wäre “dramatisch für die Urheber in der Musikbranche, deren Rechte die GEMA vertritt”.

Die Neuregelung ist nicht zuletzt für Online-Musikanbieter bedeutsam, für die es schwierig war, europaweite Lizenzen zu erwerben. Das hatte sich unter anderem als wesentliches Hindernis für die Itunes-Vermarktung in Europa erwiesen.

Dass das Urheberrecht in Anpassung an die USA verlängert wird, wollte allerdings nicht einmal die EU-Medienkommissarin Viviane Reding. Sie argumentierte vergeblich, es verteuere die Musikverbreitung und mache kulturellen Einrichtungen zu schaffen, bringe aber den meisten Künstlern nichts: “Das zusätzliche Geld erreicht vor allem große, bekannte Künstler, nicht die kleinen Musiker.”

(bk)

International Herald Tribune

Financial Times Deutschland