Cybercrime: Endlich geordnete Verhältnisse

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Die Zeiten, als jeder Kleinkriminelle im Web vor sich hin wursteln konnte, wie es ihm passte, sind offenbar vorbei. Eine neue Studie behauptet, dass es inzwischen mindestens so straff organisiert zugeht wie bei den Sopranos.

Der neue Quartalsreport der Security-Firma Finjan, der Daten des Malicious Code Research Center (MCRC) verwendet, kommt zu dem Schluss, dass sich einiges geändert hat in der kriminellen Unterwelt des Webs. 2006 etwa waren Informationen über Schwachstellen noch an den Meistbietenden verhökert worden; 2007 kaufte man bereits bei professionellen Hackern Software-Pakete zum Datendiebstahl mit Update-Möglichkeiten und lokalisierten Trojanern.

Und 2008 haben sich richtige Cybercrime-Unternehmen gegründet, die Dank ihres Profits beständig wachsen. Innerhalb dieser “Firmen” gibt es strikte Arbeitsteilung und Hierarchien, die denen der Mafia ähneln sollen.

Was zum Beispiel bedeutet, dass der eigentliche Chef als seriöser Geschäftsmann auftritt und sich selbst die Hände gar nicht mehr schmutzig macht – das erledigen Unterbosse, die wiederum jeweils ihre eigene “Abteilung” leiten. “Kampagnenmanager” sind dafür verantwortlich, Daten zu stehlen, die wiederum von außenstehenden Wiederverkäufern in Umlauf gebracht werden, zu deren Aufgaben außerdem die Kundenbindung zählt. Da fragt man sich nur noch, ob es auch noch wirklich böse Buben in diesem Spiel gibt, die auch mal für “Unfälle” sorgen. [gk]

Ars Technica