Anti-Killerspiele-Kreuzzügler Jack Thompson soll Anwaltszulassung für immer verlieren

Allgemein

Der fanatische Anwalt schreckte nicht einmal davor zurück, die Mutter eines Game Publishers zu belästigen. Und bekommt jetzt die Quittung dafür, dass er sich jahrelang mehr als Stalker denn als Anwalt betätigte.

Während die Anwaltskammer ihn nur für zehn Jahre aus der Anwaltsliste streichen lassen wollte, ging Richterin Dava Tunis darüber hinaus und empfahl jetzt den lebenslangen Entzug der Anwaltszulassung. Ihrem Schiedsgericht-Gutachten für den Obersten Gerichtshof Floridas mit einem Umfang von 169 Seiten ist zu entnehmen, wie sehr Thompsons sinnlose Verfahren und sein rachsüchtiges Verhalten auch die Justiz genervt haben müssen:

“In diesem Fall wurde fortlaufendes Fehlverhalten bewiesen, ein beständiges Verhaltensmuster, mit dem eine Anzahl unterschiedlicher Personen unerbittlich genötigt wurde, ein völliger Mangel an Reue und nicht einmal das geringste Eingeständnis eines unangemessenen Verhaltens ….”

Statt professionellen Verhaltens habe er es stets auf die Einschüchterung, Belästigung und öffentliche Herabsetzung derer angelegt, die er als seine Gegner ansah. Die Richterin befand weiterhin, es gebe kein Anzeichen für eine mögliche Resozialisierung Thompsons. Ihre klare Empfehlung lautet daher:

A: Dauerhafter Entzug der Anwaltszulassung ohne die Möglichkeit, sie erneut zu beantragen.

B: Schadenersatz in Höhe von derzeit 43.675,35 $.

Den Schadenersatz soll die Anwaltskammer Floridas erhalten für ihre entstandenen Kosten im Verfahren, um Thompson die Anwaltszulassung zu entziehen.

Nicht alle Betroffenen allerdings sind begeistert, wenn dem fanatischen Kreuzzügler nun das endgültige Aus als Anwalt droht. Sie befürchten vielmehr, ohne einen ordentlichen Beruf hätte Jack Thompson noch mehr Zeit, um seine Lieblingsgegner rund um die Uhr zu belästigen und zu schikanieren.

(bk)

Game Politics

Report of Referee (PDF)

INQ über Jack Thompson