Google Lively – nicht schon wieder Second Life

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Google versucht sich mit dem neuen Dienst Lively in einer virtuellen 3D-Chat-Welt. Angeblich noch ganz ohne Geschäftsmodell, was vermutlich auch besser ist.

Dieses virtuelle Leben beginnt sehr einfach mit Chaträumen, die auf höchstens 20 Teilnehmer oder vielmehr deren Avatare begrenzt sind. Es ist eine für Google typische Herangehensweise, wie bereits mit Google Maps und Gmail vorgeführt. Zum Start gibt es eine eher wenig beeindruckende Anwendung, an der nach und nach gefeilt wird, bis sie eines Tages für viele Benutzer einfach unverzichtbar ist. Und nicht umsonst bleibt die Kennzeichnung Beta oft jahrelang an diesen Anwendungen kleben.

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Google kann dabei auf seine weltweite Benutzerbasis bauen und verknüpft Lively geschickt mit anderen Diensten. Virtuelle TV-Geräte spielen natürlich YouTube-Videos ab, in Bilderrahmen lassen sich Fotos aus Picasa betrachten.

Die ersten Reaktionen auf Lively sind durchwachsen, und wer hätte sich schon einen zweiten Hype wie um Second Life gewünscht? Dennoch herrschen Überschriften wie “Google greift Second Life an” (Die Presse) vor, als gäbe es da etwas anzugreifen. Und dann noch Alternative zu Second Life (Der Standard), Antwort auf Second Life (Macwelt), Second-Life-Konkurrent (PC Games). Wie viele Variationen dieses unsinnigen Vergleichs können sich gelangweilte Schreiber noch einfallen lassen?

Das erinnert schon wieder an Medienfiktionen wie die von der erfolgreichen Second-Life-Unternehmerin Anshe Chung. Die angeblich durch virtuelle Geschäfte millionenschwer wurde und es bis zum Covergirl von Business Week schaffte.

“Keine Konkurrenz zu Second Life”, erkennt hingegen die Computerwoche und begründet das auch. Denn Lively wolle eben kein digitales Universum mit Ländereien und Immobilien errichten, auch keine eigene Ökonomie, die auf realen oder fiktiven Währungen basiert. Sondern biete einfach nur virtuelle Räume für Begegnung und Kommunikation.

Stimmt. Sieht man doch.

(bk)

Techdirt

Computerwoche