Deutschland “googlisiert”: andere Suchmaschinen unsichtbar

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Nach Marktforschungen von ComScore kann Google 80,5 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland für sich verbuchen – aber nur, weil auch eBay-Suchen und große Portale mitgezählt wurden.

Die Software qSearch 2.0 von ComScore sammelte Nutzerdaten und spuckte Erschreckendes aus: Rechnet man nur die traditionellen Suchmaschinen, hat Google (alle News zu Google hier) in Deutschland einen Marktanteil von 97,1 Prozent. Weil die Marktforscher aber auch Suchanfragen in eBay, Amazon und anderen mitgezählt hatten, verringert sich das Monopol auf 80,5 Prozent der 3,7 Milliarden ausgewerteten Suchanfragen.

Stolz berichten die Kollegen von golem.de, dass ihre Mutterfirma (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) bei den Markerhebungen von ComScore zu den Suchanfragen gleich hinter Google (Sieger), eBay (zweiter Platz mit 6,2 Prozent) und  den Website-Abfragen von Pro7Sat1-Websites (2,4 Prozent) an vierter Stelle (mit 2,2 Prozent) kommt.

Die anderen “echten” Suchmaschinen und vergleichbaren Massen-Angebote dümpeln hierzulande nur so vor sich hin: AOL, Amazon, Microsoft, Yahoo, Telekom und T-Online teilen sich den kläglichen Rest. Dabei kommen die Suchen bei Yahoo und Microsoft nur auf einen Marktanteil von nur 1,9 Prozent. Und zu den Marktanteilen dr Telekom muss noch angefügt werden, dass auch diese mit Goole suchen lässt.

Die Zahlen wurden zwar schon im Mai auf europäischer Ebene erhoben, doch erst jetzt veröffentlihte ComScore seine spezielle Deutschland-Auswertung. und die kommt durch die Pressearbeit der überraschenderweise gut abschneidenden Nicht-Suchmaschinen in Deutschland gleich in die breite Öffentlichkeit. (Manfred Kohlen)

Meinung: Auch ich suche meist per Google, weil es das effektivste Such-Tool für allgemeine Themen ist. Nur wenn es ganz speziell wird, gehe ich eher zu anderen. Dass ein Fernsehsender und ein Wirtschaftsverlag sogar AOL, Amazon, Microsoft, Yahoo, Telekom und T-Online abhängen, ist bezeichnend für die immer spezialisierteren Suchen nach der “Stecknadel im Heuhaufen”. In 1000 News pro Tag finde ich eben nicht den einen speziellen Börsenkurs oder die Mitteilung der Kleinfirma, die ich gerade brauche. Es ist also noch Platz neben Google – für Spezialisten wie Wirtschaftsdienste und Social Networks.

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