Das Hin und Her der Flatrate-Kappung

Allgemein

Die RIAA reitet wieder: Mindestens 100 Prozent der Breitband-Nutzung sei piratischer Natur. Wenn nun ISPs denen die Flatrate kappen, seien sie böse. Huh?

Gut, mit Logik braucht man es bei Verbänden im Allgemeinen und beim US-Musikverband im Besonderen gar nicht versuchen. Jetzt beschweren sie sich also, dass die Internet Service Provider extra an den hyperaktiven Raubkopierern verdienen würden, wenn sie ihnen ab einem bestimmten Datentraffic Extragebühren in Rechnung stellen. Dass dies manchen (klammen) Datenjunkie eventuell etwas einbremsen könnte, interessiert die RIAA nicht. Argumente prallen an diesem Verband per default ungehört ab.
Manche ISP-Kunden dagegen finden die drohende Deckelung ihrer Flatrate gar nicht so komisch, denn sie genießen das Gefühl der Datenfreiheit – wenn ich wollte, könnte ich alles saugen. Dabei würden die meisten Nutzer selbst nach der Kappung ihrer Flat nicht mal in die Nähe der meist großzügig bemessenen Mengengrenze kommen. Härter trifft es da schon Firmen, die per Online-Shop oder via P2P ihre Daten ausliefern. Gerade, wo die Online-Ausleihe von HD-Filmen ansteht, sehen sie das Tun der ISPs skeptisch. Die Deckelung könnte ja Kunden abhalten, unbekümmert ihre Angebote zu saugen.
“Wir verstehen ja, weshalb die ISPs sich Sorgen um ihre begrenzten Kapazitäten machen. Aber mehr Geld für mehr Bandbreite zu verlangen bedeutet, hauptsächlich von der illegalen Downloaderei zu profitieren”, äußerte sich RIAA-Sprecherin Cara Duckworth. Der Verband wolle das so nicht hinnehmen und den Druck erhöhen, damit die Provider anfangen, illegale Inhalte aus ihrem Netzwerk herauszufiltern. So wie es in Kanada und anderen Teilen der Welt (China, Iran?) schon passiere. Ah, jetzt verstehen wir die Logik des Verbandes wieder – er möchte gerne eingebaute Zensur- und Abmahnprotokolle etabliert sehen.

ArsTechnica