BenQ beißt Siemens nochmals in den Hintern

Allgemein

Wenn Siemens mal etwas falsch macht, dann aber gründlich. Nicht nur beim Schmiergeld-Skandal, auch der Verkauf der Handysparte an BenQ ging derart schief, dass die Sache noch ein teures Nachspiel haben könnte.

“Ich bin nach eingehender Untersuchung sicher, dass BenQ Mobile mindestens schon am 1. Mai 2006 zahlungsunfähig war. Unsere Unterlagen sprechen eine deutliche Sprache”, plauderte Insolvenzverwalter Martin Prager gegenüber der Süddeutschen Zeitung aus. Womöglich sei BenQ Mobile sogar noch früher das Geld ausgegangen. Da der Handyhersteller offiziell aber erst später Insolvenz angemeldet hatte, ermittelt nun schon die Staatsanwaltschaft wegen Insolvenzverschleppung. Das kann noch unangenehme Folgen haben. Abgesehen von den möglichen Strafen. Denn der Insolvenzverwalter fand auch fragwürdige Zahlungsströme zwischen den beteiligten Firmen. Daher erhebe er jetzt Nachforderungen in Höhe von über einer halben Milliarde Euro. Laut der Zeitung Welt bereite Prager zumindest eine Klage gegen den ehemaligen Eigentümer Siemens vor. Die Süddeutsche bestätigt dies und beruft sich auf ein Schreiben an das Amtsgericht München. Siemens wollte zu der Forderung keine Stellung beziehen. (rm)

Reuters