Musiker: Petition gegen EU-weite Verwertungsgesellschaften

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Sollen iTunes, eMusic und andere über Grenzen hinweg Downloads verkaufen dürfen? Nein? Warum nicht?

Ein stattliches Aufgebot von mehr als 220 europäischen Musikern, darunter so bekannte Intellektuelle wie Charles Aznavour, Sade, David Gilmour, Julio Iglesias, Maurice Jarre, Mark Knopfler, Robin Gibb oder Michel Legrand, unterzeichneten eine Petition an die EU-Kommission. Darin stellen sie sich gegen Pläne der Brüsseler Wirtschaftsförderer, die Zersplitterung des Kontinents in derzeit 27 nationale Verwertungsgesellschaften zu beenden.

Geht es nach dem Willen der Kommissare, dann kann in Zukunft ein Downloadshopanbieter mit nur einer Verwertungsgesellschaft (etwa aus Litauen, Zypern oder Bulgarien) verhandeln, statt weiterhin 27 unterschiedliche Verträge schliessen zu müssen – mit den Gema-Schwestern aller europäischer Nationen. Nun befürchten die Alt-Stars, auf diesem Weg weniger Tantiemen zu erhalten und behaupten, der Schritt würde in Zukunft zu einer Verringerung der Zahl neu komponierter Hits führen.

Robin Gibb, bekannt durch seine Popgruppe The Bee Gees, bezeichnete es darüber hinaus als Grundrecht, Kontrolle über sein eigenes geistiges Werk ausüben zu können. Möchte Herr Gibb also, dass das britische Recht (auch in den USA angewendet) geändert wird, wonach ein Urheber die Kontrolle über sein Werk vollständig aus der Hand geben kann?

Tatsächlich ist eine Neu-Ordnung der Verwertungsgesellschaften längst überfällig, so erhalten beispielsweise Komponisten von der Gema nur dann Tantiemen aus dem riesigen Topf der Pauschalabgaben (Leermedien, Diskotheken, Gerätepauschalen, verdeckte Lizenzen aller Art), wenn sie in den letzten 24 Monaten einen (physischen) Tonträger veröffentlicht haben, was sicherstellt, dass nur Dauerveröffentlicher anständig bezahlt werden. Ich hoffe in diesem Fall, dass die EU-Kommission sich stur stellt. [fe]

Siliconvalley