Nvidia im Sturzflug

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Nach einer Umsatzwarnung verlor Nvidia über 20 Prozent des Börsenwertes. Und es ist nicht nur die erstarkende Konkurrenz – eigene technische Fehler machen dem Grafikhersteller zu schaffen.

Eine Rückrufaktion von Notebook-Grafikchips wird Nvidia jede Menge Geld kosten. Welche Produkte davon betroffen sind, wollte Nvidia noch nicht preisgeben. Aus dem Formular 8-K, das US-Firmen bei der Börsenaufsicht einzureichen haben, geht jedoch hervor, dass sich die Kosten auf Hunderte von Millionen Dollar belaufen könnten.

Die Probleme beruhen auf einer “anfälligen Kombination von Die und Gehäusematerial der MCP- und GPU-Produkte, die in Notebook-PCs eingesetzt werden”. Das hört sich übel an, aber es könnte noch viel schlimmer kommen: “Es gibt keine Gewissheit, dass wir nicht weitere Fehler in anderen MCP- oder GPU-Produkten entdecken werden.”

Unser Nvidia-Analyst Charlie Demerjian setzt noch eins drauf. Er wettet, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Er schätzt, es könnten eine Million oder mehr von Nvidias ausgelieferten Produkten betroffen sein.

Die Folge dieses selbst verschuldeten Debakels wird sein, dass Nvidia Geschäftspartner und Marktanteile verliert. Den Notebook-Markt haben sie verloren, High-End werden sie schon bald verlieren, sie haben keine wettbewerbsfähige Produktpalette mehr, höhere Kosten als ATI. Sie müssen mit Geld um sich werfen, um ihre Partner nicht zu verlieren.

Und das ist noch lange nicht alles. Nvidias Roadmap ist ein leeres Blatt Papier – ganz anders als bei ATI.

(Charlie Demerjian/bk)

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