Verhandlungen über Geräteabgabe enden im Streit

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Bitkom und GEMA als Verhandlungsführer um die Abgabe auf Vervielfältigungsgeräte kommen nicht zusammen. Und schieben sich die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen gegenseitig zu.

Sechs Euro pro verkauftem PC hatte die Bitkom für die Gerätehersteller zuletzt angeboten; der GEMA, die für die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzt, war das zu wenig. Ein”Almosen” nennt ein Sprecher der GEMA das Angebot, das laut Bitkom immerhin 50 Millionen Euro pro Jahr in die Kassen der Verwertungsgesellschaften spülen würde.

Nicht genug, meint die ohnehin durch Piraterie, Filesharing und ähnliche Unbill gebeutelte Kreativbranche und verlangt mehr. Dass sie 60 Euro (plus Mehrwertsteuer) gefordert, weist sie allerdings zurück: Der Gesamtbetrag liege unterhalb der 60-Euro-Grenze. Allerdings müsse bei einem derart vielseitig verwendbaren Gerät wie einem PC, der ja Text, Ton, Bild und Bewegtbild kopieren könne, schon ein ordentlicher Batzen drin sein.

Außerdem habe die Bitkom zum einen für ihre Mittglieder einen Rabatt von 20 Prozent aushandeln wollen und die Abgabe auch auf CD- und DVD-Brenner ausdehnen wollen, für die derzeit bereits sechs bzw. sieben Euro zu entrichten sind.

Die ZPÜ will jetzt den Gang zur Schiedsstelle antreten – vielleicht geht aber vorher noch mal jemand schnell in einem Elektromarkt vorbei, schaut nach, was ein Neu-PC heutzutage so kostet und denkt dann nochmal nach. [gk]

musikwoche.de