Telekom hat Telefonate von Kunden abgehört

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Neue Dokumente belegen, dass die Telekom Mitte der 90er Jahre Telefonate von Kunden aufgezeichnet hat. Der Konzern hatte das bislang geleugnet und erklärt, man hätte nur Steuersignale gespeichert.

Nach Informationen der Wirtschaftswoche hat die Deutsche Telekom tatsächlich gegen das Fernmeldegeheimnis verstoßen und Gespräche von Bürgern aufgezeichnet, um einen Hacker aufzuspüren. Neue Dokumente würden belegen, dass anders als von der Telekom behauptet, nicht nur Steuersignale erfasst wurden, so das Wirtschaftsmagazin. In einem nach der Abhöraktion verfassten Vermerk stehe: »Die interne Aufzeichnungsmaßnahme betraf nicht nur die ‘näheren Umstände der Telekommunikation’ und ‘Steuersignale’, sondern war auf die Erfassung von ‘Nutzsignalen’ gerichtet« Sprich: es wurden auch die übertragenen (Sprach-)Daten gespeichert.

Zudem waren auch externe Dienstleister in die illegale Aktion eingebunden. Das hielt man beim Telekommunikationskonzern aber für ein Risiko und plädierte dafür, eigene Überwachungstechnik anzuschaffen. Der stellvertretende Sicherheitsbevollmächtigte der Telekom, Jochen Schwarzer, hatte Bedenken und empfahl in einem »streng vertraulichen« Schreiben an Personalvorstand Heinz Klinkhammer, die Bundesregierung einzuschalten. Das geschah aber nicht. (Daniel Dubsky)