McCain verzichtet auf die Facebook-Wähler

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Der US-Wahlkampf verlagert sich zunehmend ins Internet und auch in soziale Netzwerke wie Facebook. Eine Entwicklung, die manche Wahlstrategen verunsichert.

Der demokratische Kandidat Barack Obama hat über eine Million Freunde bei Facebook. Das sind sechs mal so viele, wie sein republikanischer Rivale John McCain vorweisen kann. Sollte die Wahl damit schon entschieden sein? Natürlich nicht, sagt Mark Soohoo, ein Manager von McCains E-Kampagne:

“Nur weil er nicht so viele Facebook-Unterstützer hat, heißt das noch lange nicht, dass er nicht so viele aktive Unterstützer hat.” Und außerdem seien die Trauben zu sauer – vielmehr wäre McCain gar nicht daran interessiert, noch viele weitere Freunde bei Facebook zu finden. Denn laut Soohoo sind die Facebook-Benutzer ohnehin keine Wähler seines Kandidaten.

Könnte sogar was dran sein. Denn einer Erhebung des Pew Internet and American Life Project zufolge verfügen 36 Prozent der demokratischen Wähler über Profile in sozialen Netzwerken, jedoch nur 28 Prozent der unabhängigen und 21 Prozent der republikanischen Wähler.

Mark Sohoo hat noch ein Problem. Wie soll er den bereits im digitalen Leben angekommenen Wählern verklickern, warum sein Boss und Präsidentschaftskandidat noch immer keinen Computer benützt?

Zwar machte sich McCain kürzlich sogar damit wichtig, “einen Google gemacht” zu haben, um nach einem Vizepräsidenten zu suchen. In diesem Monat fiel dann aber im Gegensatz dazu auf, dass er sich selbst als einen “Computer-Analphabeten” bezeichnete. Ein voller Durchblicker sei er dennoch, versicherte nun sein strategischer Berater:

“Es wäre ein Fehler anzunehmen, dass John McCain nichts darüber weiß. Man muss nicht unbedingt einen Computer benützen, um zu verstehen, wie er dieses Land prägt.”

(bk)

Silicon Valley Insider

New York Times

INQ: Wie John McCain sich einen Vizepräsidenten googelt