Grand Theft Auto: Sex regt niemand auf

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Wieder mal ein schönes Beispiel dafür, wie das amerikanische Rechtswesen funktioniert: Das große Getöse um versteckte Sex-Szenen in Grand Theft Auto: San Andreas diente lediglich dazu, den klagenden Anwaltskanzleien die Kassen zu füllen.

Mit lautstarkem Gezeter, das den Untergang des Abendlandes beschwor, hatten US-Anwälte Rockstar Games und das Mutterunternehmen Take-Two Interactive vor Gericht gezerrt, weil sich in besagtem Spiel verborgene Passagen finden, in denen sich virtuelle Menschen auch unbekleidet und nicht allein zum Zweck des gegenseitigen Auslöschens näherkommen.

Die US-Gerichte erkannten glasklar, dass dadurch empfindsame Seelen auch finanziell geschädigt  wurden, und sprachen jedem, der Ansprüche geltend machen wollte, zwischen 5 und 35 Dollar zu. Die Anwälte, die die Sammelklage vertraten, durften sich über Gebühren in Höhe von mehr als 1,3 Millionen Dollar freuen.

Was deutlich mehr ist, als Take-Two Interactive bislang insgesamt an die Käufer des Spiels zahlen musste: Gerade einmal 2.676 Personen nahmen Anstoß an der geheimen Fleischbeschau und erhielten im Gegenzug insgesamt weniger als 30.000 Dollar.

Immerhin – darauf weisen die Kläger hin – musste Take-Two Interactive  auch 860.000 Dollar an gemeinnützige Einrichtungen abdrücken. Um die hätten sich die Juristen damit dann fast so verdient gemacht wie um den eigenen Kontostand. [gk]

New York Times