Associated Press fällt eigenem Blog-Krieg zum Opfer

Allgemein

Wenn internationale Nachrichtenagenturen vergessen, wie Copyright funktioniert, dann aber gründlich.

Associated Press ist eine der grössten Nachrichtenagenturen (Nicht: Nachrichtendienste, das ist was anderes) dieses Planeten, und wir vom Inq zitieren da selber gerne mal. Wie auch andere Blogs. Nur: AP schickte Abmahnungen raus (nicht an uns) und verbot Blogs (oder versuchte das zumindest), Nachrichtenmeldungen zu zitieren, da Zitate mit in der Praxis weniger als 100 Wörtern einen Urheberrechtsmissbrauch darstellen würden. Vier Wörter wären ok.

Nun zitierte AP selbst einen Artikel aus dem Blog Techdirt, mit 22 Wörtern (also 18 zuviel), und auch hier und wie üblich bei AP (aber anders als in Blogs) ohne Quellenlink. Was passiert? Techdirt schickt eine Abmahnung an AP, mit einer Gebührenrechnung in Höhe von 12 Dollar 50, gemäss dem Kostenkatalog, den AP gerne Bloggern aufdrücken würde.

Reaktionen haben wir dazu noch keine, aber die Lächerlichkeit dieser ganzen AP-Aktion hat kaum sichtbare Grenzen: In den Urheberrechtsgesetzen aller zivilisierten Nationen ist nämlich das Zitat, gerade von Nachrichten und zur Berichterstattung, ein verbrieftes Recht. Und nein, man kann kein Geld für Zitate verlangen. Das haben auch deutsche Verlage im “Perlentaucher-Prozess” erfahren müssen. Und demnächst wohl auch die Associated Press. Viel Spass dabei. [fe]

Techdirt