Letztes Angebot: Microsoft wollte Yahoo-Beteiligung für 9 Milliarden Dollar

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Wie jetzt bekannt wurde, hatte Microsoft zuletzt nicht nur versucht, die Yahoo-Suche zu übernehmen, sondern wollte auch einen größeren Anteil am Portalbetreiber erwerben.

Nachdem Yahoo einen Werbe-Deal mit Google abgeschlossen hat, werden weitere Details zu den gescheiterten Verhandlungen mit Microsoft bekannt. Wie Kevin Johnson, Chef der Microsoft-Sparte Platforms and Services, in einer Mail an die Mitarbeiter des Software-Konzerns erklärte, hatte man zuletzt nicht nur 1 Milliarde Dollar für das Suchmaschinengeschäft von Yahoo geboten, sondern wollte sich für 8 Milliarden Dollar auch einen 16-Prozent-Anteil am Portalbetreiber sichern. Zudem hätte man diesem mit 1 Milliarde Dollar pro Jahr an den Werbeumsätzen beteiligt.

Zudem zeigte sich Johnson in seiner Mail besorgt, dass nun 90 Prozent des Marktes für Suchmaschinenwerbung von Google kontrolliert werden. So kommt es wohl auch, dass Microsoft noch immer das Gespräch mit Yahoo sucht, wie Reuters von einer Quelle aus dem Microsoft-Umfeld erfahren hat. Schließlich hat sich Yahoo nicht exklusiv an Google gebunden und kann auch andere Anzeigen in den Trefferlisten seiner Suche einblenden, etwa von der eigenen Plattform Panama – oder eben von Microsoft.

Reuters zufolge hätte in den Verhandlungen zwischen Microsoft und Yahoo auch noch ein anderes Szenario zur Debatte gestanden: dass Microsoft zehn Jahre lang exklusiv die Anzeigen für Yahoo vermarktet. Das dürfte aber daran gescheitert sein, dass Microsoft nur für drei Jahre bessere Werbeumsätze garantieren wollte. (Daniel Dubsky)